
digitize!
Einblicke in die Forschungssammlung
Wissen bewahren, vernetzen und neu erleben
Wie verändert Digitalisierung Forschung und Sammlung? „digitize!“ zeigt, wie aus analogen Objekten digitale Daten werden – und wie sich Wissen dadurch neu erschließen lässt.
Sammlungserschließung und Digitalisierung verbinden im Museum für Naturkunde Berlin, was lange getrennt war: Sammlung, Forschung und Öffentlichkeit. Im Saal erleben Sie exemplarisch, wie aus über 30 Millionen Sammlungsobjekten eine weltweit zugängliche Wissensinfrastruktur entsteht.
Sie sehen, wie wir besonders objektreiche Tiergruppen wie Insekten und Mollusken systematisch digital erfassen. Dabei entstehen hochauflösende Bilddatensätze, 3D-Modelle und strukturierte Metadaten. Forschende nutzen diese Informationen, um Arten zu bestimmen und neu zu beschreiben, evolutionäre Beziehungen zu analysieren und die ökologische Rolle von Arten in heutigen und vergangenen Ökosystemen zu untersuchen.
Interaktive Stationen und Einblicke in laufende Arbeitsprozesse zeigen, wie sich Forschung im Museum und darüber hinaus verändert. digitize! macht sichtbar, wie Digitalisierung Wissen zugänglich macht, wissenschaftliche Zusammenarbeit fördert und unsere Museums-Evolution vorantreibt.
Insektenwand – Fenster in die Vielfalt des Lebens
Im Saal zeigt die Insektenwand einen besonders relevanten Ausschnitt unserer Forschungssammlung. Zu ihr gehören rund 15 Millionen Insekten in allen Formen und Farben. Käfer in metallischem Glanz, zarte Schmetterlinge, filigrane Libellen – jedes ist ein kleines Wunder der Evolution.
Die Insektenwand macht sichtbar, wie vielfältig und bedeutend diese Tiere für das Leben auf der Erde sind. Sie bestäuben Pflanzen, zersetzen organisches Material und halten ökologische Kreisläufe in Gang. In Zeiten des Artensterbens erinnert sie uns auch daran, wie eng unser Leben mit ihrer Existenz verknüpft ist.
Was bedeutet Sammlungserschließung?
In unserer Forschungssammlung halten wir Millionen von Objekten für Forschung, Bildung und viele weitere Zwecke bereit – Tiere und Pflanzen, Fossilien, Minerale, Meteorite und Dokumente. Jedes Objekt erzählt eine Geschichte über Erde, Leben und Wissenschaftsgeschichte. Viele dieser Schätze blieben bisher verborgen.
Im Rahmen der Sammlungserschließung sichern wir sie und machen sie sichtbar. Wir untersuchen, bestimmen und beschreiben jedes Objekt: Woher stammt es? Wann wurde es gesammelt? Welche Erkenntnisse liefert es über Evolution, Artenvielfalt oder Klima? Wir erfassen diese Informationen in Datenbanken, ergänzen sie durch Fotos, Scans und 3D-Modelle und vernetzen sie digital. So entsteht ein wachsendes Wissensnetz, das Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verbindet.
Sammlungserschließung ist mehr als Datenerfassung – sie schafft neues Wissen. Wir nutzen moderne Methoden, von automatisierter Bildanalyse bis zu künstlicher Intelligenz, um unsere Bestände neu zu erschließen, Wissen zu teilen und den Zugang zu Forschung zu erleichtern. Zur Sammlungserschließung gehört jedoch auch, die physischen Objekte und damit das Wissen in ihnen für kommende Generationen unter optimalen Bedingungen zu sichern und zu konservieren. Nur so können analog und digital nachhaltig neuen Nutzen schaffen.
Das Digitalisierungslabor – Forschung live erleben
Wie wir Wissen bewahren und zugänglich machen, erleben Sie also live in digitize!. Mitarbeitende und Ehrenamtliche digitalisieren dort täglich Sammlungsobjekte – von Insekten über Schnecken bis zu Muscheln. Vier moderne Stationen zeigen aktuell, wie Sammlungserschließung im 21. Jahrhundert funktioniert:
- Station Titan erstellt hochauflösende Übersichtsaufnahmen ganzer Insektenkästen.
- Station Europa fotografiert feinste Strukturen in mikroskopischer Präzision.
- Station DISC3D scannt Insekten dreidimensional und erzeugt 25.000 Aufnahmen pro Objekt.
- Station DORA digitalisiert große Objektgruppen wie Schnecken und Muscheln.
Hier entsteht eine offene, digitale Wissensinfrastruktur in Echtzeit – offen, transparent und zugänglich.












