Skelett eines T. rex auf einer erhöhten Plattform in einem Museumssaal, umgeben von weiteren Fossilien.

Sonderausstellung

DINOSAURIER!
Zeitalter der Riesenechsen

bis

Zeitreise durch die Welt der Dinosaurier – und von T. rex Tristan Otto

Die Sonderausstellung zeigt Originalfossilien, aktuelle Forschung und neue Perspektiven auf Dinosaurier. Die “Riesenechsen” im Saal machen deutlich, wie sich unser Verständnis durch wissenschaftliche Erkenntnisse stetig verändert.

In respektvollem Abstand betrachtet ein kleines Küken seinen Urahn: Tyrannosaurus rex Tristan Otto. Und tatsächlich – wenn Sie heute einem Berliner Spatzen begegnet sind, haben Sie einem echten Dinosaurier-Nachfahren in die Augen geschaut.

In der Sonderausstellung DINOSAURIER! – Zeitalter der Riesenechsen im Museum für Naturkunde Berlin begegnen Sie den Giganten der Urzeit – vom ersten Plateosaurus bis zum weltberühmten Tyrannosaurus rex Tristan Otto. Die Ausstellung zeigt, wie sich Dinosaurier über Millionen Jahre an ihre Umwelt anpassten und ganze Erdzeitalter prägten.

Dinosaurier waren eine der erfolgreichsten Tiergruppen der Erdgeschichte. Sie lebten über 160 Millionen Jahre, beherrschten Trias, Jura und Kreidezeit und überstanden eines der größten Massenaussterben. In der Ausstellung reisen Sie durch diese drei Erdzeitalter – und treffen auf Arten, die sich in freier Natur nie begegnet wären.

Aussterben, Überleben, Verantwortung

Tyrannosaurus rex war einer der letzten Dinosaurier – gemeinsam mit Triceratops. Während die Sonderausstellung fast ausschließlich echte Fossilien zeigt, können Sie den Schädel des letzteren Giganten als lebensechten 3D-Druck bestaunen. Ihr Zeitalter endete mit einem Asteroideneinschlag, der Wälder und viele Lebensräume zerstörte. Bohrkerne des dabei entstandenen Chicxulub-Kraters finden Sie im benachbarten Saal System Erde.

Doch nicht alle Dinosaurier starben aus: Die Vorfahren heutiger Vögel überlebten – und mit ihnen lebt ein Teil der Dinosaurier bis heute weiter.

Die Forschung an Originalfossilien, etwa Isotopen-Untersuchungen an Zähnen, hilft unseren Forschenden, urzeitliche Ökosysteme zu rekonstruieren und Entwicklungen bis in die Gegenwart nachzuvollziehen. Während Dinosaurier und ihre Vorfahren ihr Schicksal nicht beeinflussen konnten, liegt unsere Zukunft in unserer Hand. Durch entschlossenes Handeln können wir dafür sorgen, dass das Anthropozän – das Zeitalter des Menschen – nicht das kürzeste der Erdgeschichte wird.

Gemeinsam gestalten – Wissenstransfer neu denken

Auch ein historisches Treppenhaus ist Teil der Sonderausstellung DINOSAURIER!. Hier begegnen Sie nicht nur dem fast vollständig erhaltenen Schädel von Tristan Otto, sondern treffen auch auf die aus dem Ausstellungsrundgang bekannten Umzugskisten. 

An dieser Stelle verweisen sie auf das Teilprojekt Wissenstransfer unseres Zukunftsplans. Sie geben Einblick, wie wir unsere Museums-Evolution nicht nur baulich, sondern auch inhaltlich gestalten: offen, dialogisch und gemeinsam mit der Gesellschaft.

Die Kisten stehen sinnbildlich für alles, was sich bewegt – Sammlungsobjekte, Wissen, Perspektiven. Wir laden Sie ein, diese Veränderungen mitzugestalten. In die Sonderausstellung ZUGvögel – Eine Sammlung in Bewegungzum Beispiel sind Ideen und Fragen von mehr als 350 Menschen eingeflossen. Ebenfalls in Umzugkisten präsentiert, schauen Sie dort Nachfahren der Dinosaurier in die Augen.

Dinosaurier und Privatbesitz

Fossilien erzählen von der Geschichte des Lebens auf der Erde und sind wertvolle Quellen für die Forschung. Sie helfen, vergangene Ökosysteme zu rekonstruieren und den Wandel von Klima und Artenvielfalt besser zu verstehen.

In den vergangenen Jahren sind Fossilien jedoch auch zu begehrten Sammlungs- und Anlageobjekten geworden. Bei Auktionen erzielen Dinosaurierskelette Millionenbeträge – ein Gorgosaurus wurde 2022 für 6,1 Millionen US-Dollar versteigert, ein Tyrannosaurus rex sogar für mehr als 30 Millionen. Diese Entwicklung ist legal, wirft aber Fragen auf: Wenn bedeutende Funde in Privatbesitz gelangen, können sie der Forschung und Öffentlichkeit entzogen werden. Viele Forschende sehen diese Entwicklung kritisch.

Das Beispiel von Tristan Otto zeigt einen anderen Weg. Der norwegische Sammler Niels Nielsen erwarb das außergewöhnlich gut erhaltene T. rex-Skelett 2014 gemeinsam mit Jens Peter Jensen und stellte es von Anfang an für Forschung und Öffentlichkeit zur Verfügung. Heute ist Tristan Otto als Leihgabe im Museum für Naturkunde Berlin zu sehen.

Auch die Sonderausstellung DINOSAURIER! basiert zu großen Teilen auf Leihgaben privater Sammler:innen. Sie zeigt, dass privates Engagement und öffentliche Forschung sich ergänzen können – wenn Wissen geteilt und zugänglich bleibt.

„Das Museum für Naturkunde Berlin bedankt sich bei Herrn Fjeldsoe-Nielsen ganz herzlich für diese großzügigen Leihgaben. So können wir Besuchende für Natur begeistern und gleichzeitig weiterforschen.” – Prof. Johannes Vogel, Generaldirektor des Museums