Seitlicher Blick auf die Biodiversitätswand: von rechts nach links Vögel, Insekten, Krebstiere und Säugetiere in dichter Anordnung.

Ausstellung

Evolution in Aktion
Wie Vielfalt entsteht und sich weiterentwickelt

Die Vielfalt des Lebens auf der Erde

Wie ist die unglaubliche Vielfalt des Lebens auf unserer Erde entstanden? Warum sehen Tiere und Pflanzen so aus, wie sie aussehen – und wie verändern sie sich im Laufe der Zeit? In der Ausstellung Evolution in Aktion finden Sie Antworten auf diese Fragen.

Die Ausstellung zeigt, wie Evolution funktioniert und wie sie bis heute wirkt. Anhand ausgewählter Arten wird deutlich: Evolution ist kein abgeschlossenes Kapitel der Erdgeschichte, sondern ein fortlaufender Prozess, der jeden Tag weitergeht.

Im Mittelpunkt steht die Idee, die der britische Naturforscher Charles Darwin vor mehr als 160 Jahren formulierte: Alle Lebewesen sind miteinander verwandt und haben sich über Millionen Jahre aus gemeinsamen Ursprüngen entwickelt. Diese Erkenntnis hat unser Verständnis der Natur grundlegend verändert. Bis heute erforschen Wissenschaftler:innen – auch am Museum für Naturkunde Berlin – die Verwandtschaft allen Lebens weiter.

Mit historischen Vitrinen aus dem Jahr 1889 verbindet die Ausstellung Vergangenheit und Gegenwart auf eindrucksvolle Weise. Die kunstvoll restaurierten Schaukästen, einst Teil der wissenschaftlichen Sammlung, zeigen heute: Evolution war, ist und bleibt überall sichtbar.

Was ist Evolution?

Evolution beschreibt den ständigen Wandel des Lebens auf der Erde. Seit Milliarden von Jahren verändern sich Lebewesen, passen sich an neue Lebensräume an, entwickeln neue Fähigkeiten – oder verschwinden.

Angetrieben wird dieser Prozess durch Veränderungen im Erbgut und die natürliche Auslese. Individuen, die besser an ihre Umwelt angepasst sind, haben größere Überlebens- und Fortpflanzungschancen. So entstehen im Laufe der Zeit neue Formen, Arten und Lebensgemeinschaften.

Heute existiert vermutlich weniger als ein Prozent aller Arten, die je auf unserem Planeten lebten. In der Erdgeschichte kam es immer wieder zu dramatischen Einschnitten – den sogenannten fünf Massenaussterben, bei denen jeweils über 60 Prozent der Arten in kurzer Zeit verschwanden.

Aktuell erleben wir ein sechstes großes Artensterben. Das Anthropozän – das Zeitalter des Menschen – verändert die Lebensbedingungen auf der Erde tiefgreifend. Forschende unseres Museums untersuchen, wie Arten auf diese Veränderungen reagieren – und was das für unsere Zukunft auf unseren gemeinsamen Planeten bedeutet.

Biodiversitätswand – Vielfalt auf einen Blick?

Hinter einer raumhohen Glasfront zeigt die Biodiversitätswand über 3.000 Tierpräparate – von Korallen bis zum Nebelparder. Sie macht sichtbar, wie vielfältig und eng vernetzt das Leben auf der Erde ist.

Als Schaufenster der Sammlung und künstlerische Installation verbindet sie Forschung und Ästhetik. Jedes Objekt steht für einen Ausschnitt biologischer Vielfalt – von Insekten über Fische und Vögel bis zu Säugetieren.

Im Zentrum für Integrative Biodiversitätsentdeckung des Museums erschließen wir die Vielfalt des Lebens unter anderem mit Hilfe von Robotik und KI. Moderne Technologien helfen dabei, artenreiche und oft übersehene Tiergruppen wie Insekten besser zu verstehen sowie neue Arten schneller zu erkennen und zu beschreiben.

Die Wand zeigt nur einen Teil der Biodiversität. Viele Tierarten, Pflanzen, Pilze, Mikroorganismen, genetische Vielfalt und ganze Lebensräume bleiben unsichtbar – obwohl sie ebenso grundlegend für stabile Ökosysteme sind. Obendrein ist uns ein Großteil der Arten auf unserer Erde noch immer unbekannt – und damit auch ihre Bedeutung für unser aller Überleben.

Die Biodiversitätswand verstehen wir daher auch als Einladung, weiterzudenken: Biodiversität als gemeinsamen Schatz, als Verantwortung und als Aufgabe für die Zukunft.