
Ausstellung
Highlights der Präparationskunst
Präparation zwischen Sammlung, Forschung und Ausstellung
Einblicke in unsere Präparationswerkstätten
Historische und aktuelle Präparate dokumentieren, wie sich wissenschaftliche Präzision und handwerkliches Können verbinden – und wie Präparation Wissen sichtbar und dauerhaft zugänglich macht.
Ist diese Spinne wirklich so groß? Und fliegt hier etwa eine Riesenmücke? Keine Angst: Kreuzspinne und Mücke in unserer Ausstellung sind vergrößerte Modelle. In den Räumen treffen Sie außerdem auf Aras, Eisbär Knut, Gorilla Bobby und Panda Bao Bao. Was auf den ersten Blick wie eine farbenfrohe Tierparade wirkt, ist vor allem Einblick in ein wichtiges Arbeitsfeld des Museums für Naturkunde Berlin: die Präparation.
Hier zeigen wir nicht nur ausgezeichnete Präparate, sondern auch die Kunstfertigkeit, Forschung und Geschichte, die hinter ihnen stehen. Von der Jagdpose eines Jaguars bis zum feinen Gesichtsausdruck eines Gorillas – jedes Präparat erzählt eine Geschichte über Natur, Handwerk und Wissenschaft.
Was ist Präparation?
Präparation ist die wissenschaftlich-handwerkliche Aufarbeitung zoologischer, paläontologischer und mineralogischer Objekte. Sie schafft haltbare Exponate für Sammlung und Ausstellung – als Grundlage für Forschung und Bildung.
Für die Forschung kommt es auf Konservierung und Platzersparnis an. Säugetiere und Vögel werden zu Bälgen, Skelette entfettet und in Schachteln gelagert, Insekten auf Nadeln fixiert, andere Tiere in Ethanol eingelegt. Jedes Objekt erhält ein Etikett mit Daten zu Fundort und -zeit. Mit der Digitalisierung kommen QR-Codes hinzu.
In der Ausstellung steht dagegen die Lebendigkeit im Mittelpunkt. Präparator:innen fertigen Dermoplastiken, bei denen die Haut über anatomisch präzise Kunststoffkörper gezogen wird. So entstehen täuschend echte Darstellungen. Fische, Frösche oder Insekten werden häufig als farbig modellierte Nachbildungen gezeigt.
Auch Fossilien werden im Museum präpariert. Mit feinen Werkzeugen und Druckluftsticheln werden sie vorsichtig aus Gestein gelöst. In der Mineralogie bedeutet Präparation vor allem das Reinigen, Konservieren und Freilegen von Kristallen oder Gesteinsproben. So entstehen Stücke, die Wissen bewahren und neue Forschungen ermöglichen.
Präparation zwischen Tradition und Innovation
Unsere Präparationswerkstätten setzen seit über 200 Jahren Maßstäbe. Ob Jaguar, Ara oder Eisbär Knut – viele Präparate erhielten internationale Auszeichnungen. Auch heute gängige Verfahren, wie die sogenannte Paraffinierung, wurden am Museum entwickelt. In der Ausstellung sehen Sie Meisterwerke der Taxidermie aus Vergangenheit und Gegenwart: von historischen Exponaten bis zu modernen, lebendig wirkenden Dermoplastiken.
Zwei Ozelots veranschaulichen diesen Wandel besonders deutlich. Der erste, 1818 angefertigt, zeigt die frühe Phase des Fachs – ein „ausgestopftes“ Tier, geschaffen allein nach Fell und Skizzen. Der zweite Ozelot, 1934 von Gerhard Schröder präpariert, basiert auf anatomischen Studien lebender Tiere. Muskulatur, Körperhaltung und Blick wirken realistisch, fast lebendig.
Heute arbeiten unsere Präparator:innen in den modernen Werkstätten im Ostflügel des Museums. Sie zählen zu den besten weltweit und bilden auch neue Talente aus. Ihr Können verbindet Forschung, Handwerk und Kunst.






