Blick von oben ins historische Treppenhaus: Besuchende liegen auf einer Liegefläche und verfolgen einen Film zur Entstehung des Sonnensystems.

Ausstellung

Kosmos und Sonnensystem
Unser Platz im Kosmos

Steigen Sie ein in die Dimensionen von Raum und Zeit

Das historische Treppenhaus mit seinen gusseisernen Treppenläufen und Geländern wird zum Tor ins Universum: Im Zentrum der Ausstellung Kosmos und Sonnensystem schwebt ein großer, beweglicher Projektionshimmel, auf dem die Geschichte des Kosmos – vom Urknall vor 13,7 Milliarden Jahren bis heute – in eindrucksvollen Bildern lebendig wird.

Wie, wo und wann entstand die Materie, aus der auch wir bestehen? Von einer Liegeinsel aus können Sie Galaxien, Sterne und Planeten in ihren frühesten Entwicklungsphasen miterleben.

Um die Projektion herum leuchten Modelle der Planeten unseres Sonnensystems. Jeder Planet erzählt seine eigene Geschichte:

  • Merkur, der flinke Gesteinsplanet, zieht enge Bahnen um die Sonne.
  • Venus, die heißeste Nachbarin der Erde, ist umhüllt von einer dichten Wolkendecke.
  • Erde, der Blaue Planet, ist voller Leben – der einzige bekannte Ort mit Wasser in allen drei Aggregatzuständen.
  • Mars, der Rote Planet, fasziniert Forschende mit Spuren von Wasser und der Frage: Gab es dort einst Leben?

Weiter draußen kreisen die Gasriesen Jupiter und Saturn mit gewaltigen Stürmen, funkelnden Ringen und unzähligen Monden. Noch ferner warten die geheimnisvollen Eisriesen Uranus und Neptun, blau schimmernd und eiskalt, an der Schwelle zum interstellaren Raum.

Unser Sonnensystem ist ein Ort der Gegensätze – heiß und kalt, hell und dunkel, uralt und doch voller Bewegung. In der Ausstellung zeigen Modelle, Bilder und Originalobjekte die Vielfalt und Dynamik unseres kosmischen Zuhauses.

Was ist ein Meteorit?

Meteorite sind Bruchstücke von Asteroiden oder Planeten, die den Flug durch die Atmosphäre überstehen und auf die Erde fallen. Jeder einzelne erzählt eine Geschichte aus den Tiefen des Alls – älter als jeder Stein auf der Erde.

Zwischen Mars und Jupiter kreist der Asteroidengürtel mit über 200.000 Himmelskörpern. Viele Meteorite, die die Erde erreichen, stammen aus diesem Bereich.

Man unterscheidet drei große Gruppen:

  • Steinmeteorite (besonders häufig und reich an Chondriten – den ursprünglichsten Gesteinen unseres Sonnensystems),
  • Stein-Eisenmeteorite (wie die glänzenden Pallasite, in denen grüne Olivinkristalle in Eisenmatrix funkeln),
  • Eisenmeteorite (bestehend aus Eisen-Nickel-Legierungen). Zu ihnen gehört auch der große Gibeon-Meteorit, den Sie im Museum anfassen können.

Rund 40.000 Tonnen kosmischen Materials treffen jedes Jahr auf die Erde – meist als mikroskopisch kleiner Staub. Selbst auf den Dächern Berlins lassen sich winzige Mikrometeorite nachweisen, die Forschende des Museums untersuchen. Sie erzählen von der Entstehung unseres Sonnensystems, vom Ursprung von Wasser und Leben – und davon, wie eng Erde und Kosmos bis heute miteinander verbunden sind.

Meteoriten – Boten aus dem All

In den Vitrinen und entlang des Treppenaufgangs bestaunen Sie echte Meteoriten – 4,5 Milliarden Jahre alt und Teil unserer Meteoritensammlung, der größten Deutschlands. Einen dieser Außerirdischen dürfen Sie sogar berühren, nämlich den 215 Kilogramm schweren Eisenmeteorit aus Gibeon in Namibia.

Diese Zeugen der Frühzeit des Sonnensystems sind zugleich Forschungsobjekte unserer Abteilung Sonnensystem, Impakte und Meteoriten. Hier erforschen Wissenschaftler:innen die Entstehungs- und Kollisionsgeschichte der Planeten und Asteroiden. Sie beteiligen sich an internationalen Missionen zur Asteroidenabwehr, um zu verstehen, wie sich Himmelskörper von der Erdbahn ablenken lassen – und so die Erde vor Einschlägen schützen könnten.

Wie aktuell das Thema ist, zeigt der Fall des Meteoriten von Ribbeck (Havelland) im Januar 2024, dessen Bruchstücke im Mineraliensaal ausgestellt sind.