Ausstellungsbereich mit einer Bremsscheibe aus Metall neben Mineralproben; dahinter Vitrinen mit einer umfangreichen Mineralsammlung.

Ausstellung

Mineralien
Ein historischer Saal voller Wissenschaftsgeschichte

Wie Mineralien unser Leben prägen

Sie glauben, mit Mineralien nichts zu tun zu haben? Dann irren Sie: Ihr Frühstücksteller besteht aus Quarz, Kaolinit und Feldspat, Ihr Nagellack glitzert dank Glimmermineralen wie Muskovit oder Lepidolith, und Ihr Smartphone enthält bis zu 70 verschiedene chemische Elemente – darunter Aluminium, Kupfer, Nickel, Gold, Silber, Seltene Erden, Zink und Wolfram.

All diese Stoffe finden Sie auch in der Mineralien- und Gesteinssammlung des Museums für Naturkunde Berlin wieder.

Was sind Mineralien?

Ein Mineral ist ein natürlich entstandener, anorganischer Stoff mit einer festen chemischen Zusammensetzung und einer geordneten Kristallstruktur.

Ein bekanntes Beispiel ist Halit, auch Steinsalz genannt. Es besteht aus Natrium und Chlor und besitzt eine würfelförmige innere Struktur.

Um Minerale übersichtlich zu ordnen, entwickelte der Berliner Mineraloge Gustav Rose im 19. Jahrhundert ein bis heute gültiges System. Auch die Schausammlung im Museum folgt dieser Gliederung.

Minerale entstehen durch geologische Prozesse im Erdinneren. Temperatur und Druck bestimmen ihre Struktur – so kann aus Kohlenstoff entweder Graphit oder Diamant werden.

Übrigens: Die Begriffe Minerale und Mineralien bedeuten dasselbe. In der heutigen Wissenschaft wird meist „Minerale“ verwendet. „Mineralien“ ist die ältere Bezeichnung und stammt aus der Zeit der großen naturkundlichen Sammlungen des 18. und 19. Jahrhunderts.

Historischer Saal voller Wissenschaftsgeschichte

Unsere Mineraliensammlung wurde 1781 von König Friedrich II. als Königliches Mineralienkabinett gegründet. Heute umfasst sie rund 280.000 Objekte und enthält etwa 65 Prozent aller weltweit bekannten Mineralien.

Einige Objekte stammen von berühmten Expeditionen. Dazu gehören auch Mineralien, die Alexander von Humboldt aus Russland und Amerika mitbrachte. Auf seinen Reisen sammelte er Gesteine und Mineralien in Franken, Italien, Russland und Amerika. Über 1.100 dieser Stücke gelangten in die Sammlung des Museums. Eine Auswahl zeigen wir in der Ausstellung. Halten Sie einfach Ausschau nach den blau unterlegten Mineralien.

Insgesamt präsentiert der historische, denkmalgeschützte Ausstellungssaal aus dem 19. Jahrhundert mehr als 1.000 Mineralarten in alten und neuen Vitrinen. Er blieb seit Eröffnung des Museums 1889 weitgehend unverändert, ist also ein Ausstellungsstück für sich. Neben prachtvollen Kristallen erzählen Büsten, Modelle und Instrumente von der Geschichte der Mineralogie – von Humboldt bis heute.

Mineralien – Grundlage für Technik, Forschung und Zukunft

Minerale waren und sind die Basis technologischer Entwicklungen. Ohne das Element Silizium zum Beispiel gäbe es keine Computer, keine Solarzellen und keine Mikroprozessoren. Auch für die Energiewende bleiben sie unverzichtbar. 

"Wir dokumentieren Lagerstätten, die heute überflutet oder unzugänglich sind. Unsere Sammlung ist ein wichtiges Archiv für die Forschung und hilft zu verstehen, wie Lagerstätten entstehen – und wie neue gefunden werden können." – Dr. Ralf Thomas Schmitt, Wissenschaftlicher Leiter der Mineraliensammlung

Weiteres Highlight

Der Ribbeck-Meteorit

In der Nacht des 21. Januar 2024 trat ein rund 40 Zentimeter großer Asteroid in die Erdatmosphäre ein und zerbrach über dem Havelland. Fragmente gingen nahe Ribbeck nieder. Ein Team des Museums für Naturkunde Berlin sammelte mehr als 20 Proben für die Forschungssammlung, die bereits etwa 7.000 außerirdische Gesteine umfasst. Der Meteorit entstand kurz nach der Entstehung des Sonnensystems und blieb seitdem nahezu unverändert.

Die Forschung am Ribbeck-Meteoriten koordiniert das Museum. Es handelt sich um einen seltenen Achondriten (Aubrit), ein eisenarmes Gestein aus Magnesium-Silikaten. Vergleichsproben aus der Sammlung ermöglichten eine schnelle Einordnung. Forschende untersuchen zudem, welche Auswirkungen größere Asteroiden hätten, und beteiligen sich an der ESA-Mission Hera zur planetaren Verteidigung.