Back to top

Bureau for troubles

Videoinstallation mit Blick auf den Globus im Ausstellungsraum System Erde im Museum für Naturkunde. Back to top

Bureau for troubles

 

Das Bureau for troubles widmet sich wissenschaftssoziologischen und kulturanthropologischen Fragestellungen rund um die Themen Biodiversität, Museum und Wissensproduktion. Besonderes Augenmerk richtet sich dabei auf Daten- und Digitalisierungspraktiken sowie die sozio-materiellen Umwelten der museumsbasierten Naturwissenschaften. Mit Hilfe interdisziplinärerer Methoden, die sowohl empirisches als auch hermeneutisches Forschen umfassen, werden deren sozio-politische Kontexte und Entwicklungslinien geborgen und ausgeformt. Ganz der Aufforderung "stay with the trouble" (Donna Haraway) folgend, strebt diese Forschung die Gestaltung differenzierter Problemräume an in denen Gegenstände und Angelegenheiten neuartig betrachtet und verhandelt werden können.

Aktuelle Leitfragen lauten unter anderem: Wie verändern metagenomische Techniken zur Biodiversitätsentdeckung unseren Naturbegriff? Welche sozio-politischen Akteure und Gegenstände erwachsen aus der Datenökologie, die im Zuge der Biodiversitätserfassung entsteht (z.B. GBIF, EUBON, Fauna Europaea)? Was sind die Entscheidungs- und Selektionsprozesse, die den Aufbau dieser Dateninfrastrukturen begleiten und prägen? Welche geopolitischen Formationen ergeben sich im Zusammenspiel von Naturkundemuseen und globaler Taxonomie?

Forschungsprojekte

  • 2013-2014 Fellowship Internationales Museum (Kulturstiftung des Bundes)
    Das biodiverse Museum: Das Projekt widmet sich der Frage, wie Biodiversität in verschiedenen Handlungsräumen und Aktivitäten am Museum verhandelt wird. Es basiert auf einer ethnografischen Studie von Sammlungs-, Forschungs- und politischen Vernetzungspraktiken am Museum. Ziel ist es, Biodiversität als situierte Praxis zu verstehen und so neue Verbindungen zwischen Biodiversitätsforschung und Gesellschaft zu fertigen.
  • 2014-2015 Tote Wespen fliegen länger (Kulturstiftung des Bundes)
    In diesem Forschungs- und Ausstellungsprojekt präsentieren die Wissenschaftssoziologin Dr. Tahani Nadim und die bildende Künstlerin Åsa Sonjasdotter faktische und fantastische Reisen von drei Protagonisten aus den Sammlungen des Museums für Naturkunde: einer Grabwespe, kosmischem Staub und Pflanzensamen. Mehr hier.
  • 2015 Gastwissenschaftlerin Tjitske Holtrop (Universität von Amsterdam)
  • 2016 Gastwissenschaftler Ingmar Lippert (IT University of Copenhagen)