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Besucherpartizipation im Museum für Naturkunde

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Natur im Dialog

Das Projekt „Besucherpartizipation im Museum für Naturkunde“ startete im Oktober 2016 mit dem Ziel, neue, partizipative Methoden und Elemente für die Ausstellungen zu entwickeln und zu erproben. Durch sie sollen möglichst viele Besucherinnen und Besucher einen Einblick in die Arbeit im Museum für Naturkunde erhalten und angeregt werden, auch ihr eigenes Wissen, ihre Überlegungen und Ideen einzubringen und ihre eigene Perspektive auf Museumsobjekte und gesellschaftliche Themen mit anderen zu teilen. Ideen, Themen und allgemeine Voraussetzungen für diese Elemente wurden in Workshops mit Museumsmitarbeiterinnen und -mitarbeitern, Besucherinnen und Besuchern sowie externen Fachleuten seit Beginn des Projektes nach Ansätzen der Designforschung entwickelt.

Seit September 2017 stehen Besucherinnen und Besuchern zwei neue Ausstellungselemente als Intervention in den Ausstellungen des Museums für Naturkunde zur Verfügung.

An drei Stationen, den sogenannten Meinungsboxen können Besucherinnen und Besucher ihre Meinung zu gesellschaftlichen Fragen, die mit den Ausstellungsobjekten in Verbindung stehen, kundtun. Dürfen wir beispielsweise den ausgestorbenen Beutelwolf wiederbeleben? Dürfen neu entdeckte Tierarten nach Politikern benannt werden? Wäre eine Welt ohne Mücken erstrebenswert? Die Stationen regen dazu an, sich mit diesen und anderen Fragen in der naturwissenschaftlichen Forschung auseinander zu setzen, mit anderen zu diskutieren und auf Fragekarten die eigene Meinung zu hinterlassen. Alle Stationen sind mit Forschungsarbeiten im Haus verbunden und die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben an der Meinung der Besucherinnen und Besucher großes Interesse.

In unterschiedlichen Veranstaltungen werden die Fragen der Boxen aufgegriffen und diskutiert. So wurde am 20.10.1017 eine neue Wespenart in einem Workshop gemeinsam mit Besucherinnen und Besuchern und Wissenschaftlern benannt. Eine Podiumsdiskussion am 09.10.2017 griff die Frage auf, ob eine Welt ohne Mücken wünschenswert ist.

Zudem bietet seit November 2017 eine Audiostation, das sogenannte Geschichtenzelt, den Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, Geschichten aus dem Museum von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, aber auch von anderen Besucherinnen und Besuchern zu hören und eigene Erlebnisse und Eindrücke aufzunehmen, die später an der Hörstation hörbar werden und so vielfältige Perspektiven auf das Museum für Naturkunde ermöglichen.

Im Rahmen verschiedener Aktionen können Besucherinnen und Besucher zudem eine Präsentationswand mit eigenen Zeichnungen von Objekten aus dem Museum gestalten und eigene Wünsche und Ideen in die Planung neuer Räume für Austausch, Interaktion und Partizipation einbringen.

Das Projekt „Besucherpartizipation“ wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) für eine Laufzeit von zwei Jahren gefördert und am Museum für Naturkunde in Kooperation mit dem Design Research Lab der Universität der Künste Berlin und der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin durchgeführt. Im Rahmen von Praxisprojekten wird die Nutzung der partizipativen Ausstellungselemente durch Studierende des Masterstudiengangs Museumsmanagement und -kommunikation der HTW Berlin wissenschaftlich begleitet und evaluiert.