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Vögel & Einheimische Tiere

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In dieser Ausstellung stehen vor allem die Herrscher der Lüfte, unsere heimischen Vögel, im Mittelpunkt. Die über 300 gezeigten Vogelpräparate repräsentieren nahezu alle mitteleuropäischen Vogelarten und ihre Lebensräume. Schwerpunkte der Ausstellung sind die Themen wie der Vogelzug und die verschiedenen Lebensräume der Vögel. Während heimische Vogelarten aufgrund der kurzen Tageslängen, der Kälte und des Nahrungsmangels auf warme Winterquartiere in Afrika ausweichen, überwintern andere aus Schweden oder Finnland als Wintergäste in unserem Land. Wieder andere Arten sind Durchzügler und überqueren unser Gebiet nur. Die Lebensräume, ob im Wald, auf Wiesen und Felder sowie am Rande des Gewässers oder an der Küste, erfordern sichtbar unterschiedliche Anpassungen bei den Vögeln.

Ergänzend dazu werden in Einzelvitrinen ausgewählte Vogelpräparate präsentiert, die in internationalen Präparationswettbewerben ausgezeichnet wurden. Die ausgestellten Objekte wechseln regelmäßig und geben einen aktuellen Einblick in das unermüdliche Schaffen der Meisterpräparatoren des Museums für Naturkunde.

Silbermöwe

Möwen wie diese Silbermöwe (Larus argentatus) sind charakteristisch für Küsten, obwohl sie als Allesfresser auch in anderen Gegenden überleben können, wo es Kleintiere oder Aas gibt. Sie brüten am Boden und legen ihre Nester in großflächigen Kolonien an, um sich vor Feinden zu schützen. Daher brauchen sie offene Flächen, wie sie in Küstennähe oft zu finden sind.

Im Jahr 2010 wurden erstmals brütende Silbermöven in Berlin gefunden. Ursprünglich war die Silbermöwe ausschließlich an den Meeresküsten verbreitet. Inzwischen erobert sie immer häufiger ungewöhnlichen städtischen Lebensraum.

Das Foto zeigt eine Silbermöwe.

Kuckuck

Der Kuckuck (Cuculus canorus) trägt seinen Namen aufgrund des markanten Rufes des Männchens. Der Kuckuck hat ein graues bis rostfarbenes Gefieder und ernährt sich überwiegend von Insekten. Die Besonderheit ist der Brutparasitismus der Tiere. Das Weibchen legt ihre Eier in die Nester kleinerer Singvögel, der sogenannten Wirtsvögel, und kümmert sich anschließend selbst nicht mehr um die Eier oder die geschlüpften Jungtiere. Die unfreiwilligen Adoptiveltern ernähren das Kuckuckskind mit der für ihn geeigneten Nahrung. Diese Fortpflanzungsstrategie des Kuckucks ist eine faszinierende Anpassung an die nur kurze Verweilzeit im Brutgebiet.

Das Foto zeigt einen Kuckuck mit weit aufgerissenem Schnabel.

Spatz oder Haussperling

Für viele Tierarten sind menschliche Kulturräume wie Äcker, Straßen und Gebäude ein attraktiver Lebensraum. Man nennt solche Tiere „Kulturfolger“, weil sie in der menschlichen Kultur bessere Bedingungen vorfinden als in ihrem ursprünglichen Lebensraum. Der Spatz oder Haussperling (Passer domesticus) zum Beispiel stammt eigentlich aus baumarmen Steppengebieten Südost- und Vorderasiens. Mit dem Ackerbau und dem dabei anfallenden Saatgut verbreitete er sich weltweit. Doch inzwischen gehen die Bestände auf dem Land zurück, weil aufgrund des modernen Ackerbaus weniger Saatgut für die Tiere abfällt. Heute ist der Spatz hauptsächlich in den Städten beheimatet. Weitere typische Kulturfolger sind Füchse, Wanderratten, Waschbären und viele andere Vogelarten.

Das Foto zeigt mehrere patzen, wie sie am Rand einer Mülltonne an einem Keks picken.