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Expertentreffen zur nächsten Asteroidenmission Europas im Museum für Naturkunde in Berlin

Stein-Eisenmeteorit vor weißem Hintergrund, Krasnojarsk in Sibirien, 1749 entdeckt, durch Pallas beschrieben, Geschenk des Zaren Alexander I. an Meteoritensammlung Back to top

Expertentreffen zur nächsten Asteroidenmission Europas im Museum für Naturkunde in Berlin

Weltraumingenieure und Asteroidenexperten aus ganz Europa und darüber hinaus werden sich diese Woche im Museum für Naturkunde Berlin treffen um Pläne zu diskutieren, die sich aus der von der ESA (European Space Agency) vorgeschlagenen Mission namens Hera zur Abwehr von Asteroiden.

In einem zweitägigen Workshop werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Museum für Naturkunde Berlin die wissenschaftlichen Möglichkeiten diskutieren, die sich aus der ehrgeizigen und innovativen Weltraummission namens Hera ergeben. Neben dem Hauptziel, die Abwehr von Asteroiden zu testen, geht es um mögliche zusätzliche Experimente und Technologien im Zusammenhang mit der Rohstoffnutzung von Asteroiden.

Um mehr über die Asteroidenabwehr und ihre Beschaffenheit zu lernen, hat die europäische Raumfahrtagentur ESA das Projekt Hera gestartet. Es soll untersuchen, wie Asteroiden aus ihrer Bahn abgelenkt werden können. Hera ist der europäische Beitrag zu einer Mission der US-Raumfahrtbehörde NASA. Ziel ist der Zwillings-Asteroid Didymos, dessen kleinerer Asteroid Didymoon genannt wird und mit 160 Meter etwa so groß wie die Pyramide von Gizeh ist. Auf dessen Oberfläche will die NASA eine Sonde einschlagen lassen, die 2023 gestartet werden soll. „Der Aufprall eines solchen Asteroiden hätte für die Erde schwerwiegende Folgen. Aber nur wenn wir die Zusammensetzung erdnaher Asteroiden kennen, können wir geeignete Abwehrstrategien testen“, so Kai Wünnemann, Impaktforscher am Museum für Naturkunde Berlin. Didymoon wird das erste Objekt im Sonnensystem sein, dessen Umlaufbahn durch menschliche Anstrengung messbar verschoben wird.

Eine NASA-Mission namens DART (Double Asteroid Redirection Test) soll im Oktober 2022 mit Didymoon kollidieren und eine planetare Verteidigungstechnik namens "Kinetic Impactor" testen. Hera wird kartieren, die Oberfläche von Didymoon vermessen und gleichzeitig die Masse des Asteroiden aus nächster Nähe messen, um ein vollständigeres Bild der Kollision und ihrer Folgen zu erhalten. Nur mit solch detaillierten Daten könnte der Aufbau eines internationalen planetarischen Verteidigungssystems erfolgen.

Die OHB System AG in Deutschland führt derzeit eine detaillierte Systemstudie der Hera-Mission durch, die den europäischen Raumfahrtministern im nächsten Jahr auf dem ESA-Ministerrat Space19+ vorgestellt wird, um eine endgültige Entscheidung über den Flug der Mission zu treffen.

Weitere Informationen über die Hera-Mission finden Sie unter: https://www.esa.int/Our_Activities/Space_Engineering_Technology/Hera

Kontakt: kai.wuennemann@mfn.berlin