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Rezente Pflanzen

Smilax Domingensis, Stechwinde, Herbar, rezente Pflanzen, Museum für Naturkunde Berlin Back to top

Rezente Pflanzen

Fast unverändert seit nunmehr annähernd 120 Jahren wird im Museum für Naturkunde ein kleines Herbar, das „Schrader-Herbar“ als Vergleichssammlung für die Forschung an fossilen Pflanzen vor allem im Tertiär und der höheren Kreide genutzt und hoch geschätzt. Im Augenblick umfasst das Herbar etwa 45.000 Belege mit etwa 300 möglichen Paratopotypen. Dazu tritt eine Vergleichssammlung rezenter Samen, die „Mai-Sammlung“, mit etwa 24.000 Arten in über 400 Familien, über 150 Zapfen und einer kleinen Zahl von Alkoholpräparaten. Etwa 300 Arten fanden bisher als Abbildungsbelege ihren Niederschlag in Publikationen.

Neben privaten Aufsammlungen wurden große Teile des Herbars von bekannten Sammlern des 19. Jh. gekauft. So steht die Sammlung in Verbindung zu Rudolph F. Hohenacker (1798-1874) oder Hans Freiherr von Türckheim (1853-1920). Sie führt auch einzigartige Belege des Herbars indischer und zentralasiatischer Floren der Brüder Schlagintweit, deren Hauptteil der Sammlung im Zweiten Weltkrieg vollständig verbrannte. Dadurch entstand ein sehr diverses, weit gestreutes Herbar mit den Schwerpunkten Holarktis und Neotropis.

Digitalisierung

Die Sammlungen sind durch ein analoges Karteisystem vollständig erfasst. Sie werden zur Zeit dem modernen Stand der Sammlungstechnik angemessen umgebettet und neu etikettiert.

Geschichte

Ab etwa 1830 trug der königlich-preußische Oberbibliothekar Johann E. J. Schrader (1809-1898) über 40.000 Hebarblätter zusammen, die er in seinem Testament für das Berliner Botanische Museum bestimmte. Allerdings ging das Herbar nicht in den Sammlungen des Botanischen Museums auf, sondern blieb als Teilsammlung der paläobotanischen Forschung direkt zugänglich.

Die Samensammlung dagegen geht in ihren Anfängen auf die Sammlungen des preußisch-geologischen Landesanstalt zurück, verbunden mit den Namen Franz Kirchheimer (1911-1984) und R. Kräusel. Seit Ende der 50er Jahre wurde dieser Sammlungsgrundstock konsequent durch Dieter H. Mai zu einer der größten Samensammlung Europas ausgebaut.

Forschung

Wissenschaftlich besonders interessant ist die Sammlung nicht nur durch ihren Umfang sondern vor allem durch die organisatorische Nähe zur Teilsammlung fossiler Samen mit etwa 15.000 Sammlungseinheiten.