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Marine Wirbellose

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Marine Wirbellose

Die Sammlung "Marine Wirbellose" vereint zwölf Großgruppen des Tierreichs mit rund 47.000 katalogisierten Sammlungseinheiten. Diese umfassen Schwämme (Porifera), Nesseltiere (Cnidaria), Rippenquallen (Ctenophora), Kelchwürmer (Kamptozoa),  Hufeisenwürmer (Phoronida), Moostierchen (Bryozoa), Armfüßer (Brachiopoda),  Stachelhäuter (Echinodermata), Eichelwürmer (Enteropneusta), Flügelkiemer (Pterobranchia), Manteltiere (Tunicata) und Lanzettfischchen (Acrania).

Die Sammlung ist systematisch aufgestellt und enthält auch die Süßwasserformen einzelner Artgruppen (Porifera, Cnidaria und Bryozoa). Etwa 70 Prozent aller Objekte sind in Alkohol konserviert, daneben existieren umfangreiche Trocken- und Mikropräparat-Sammlungen.

Digitalisierung

Über historische Eingangskataloge und elektronische Datenbanken ist der Bestand gut erschlossen und vollständig für die wissenschaftliche Bearbeitung verfügbar. Zur Zeit sind die Bestände noch nicht komplett online recherchierbar, ausgewählte Teile der Sammlung (z.B. Typusexemplare der Schwämme, Weichkorallen, Hornkorallen, Stachelhäuter und Moostierchen) stehen aber über SeSAM zur Verfügung.

Geschichte

Ein Großteil der Sammlung "Marine Wirbellose" stammt von meeresbiologischen Expeditionen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Maßgeblich sind hier vor allem die Weltumsegelungen der "Rurik" (1815-1817) und der "Gazelle" (1874-1876), sowie die Deutsche Tiefsee-Expedition mit der "Valdivia" (198-1899) und die Deutsche Südpolar-Expedition mit der "Gauss" (1901-1903).

Daneben finden sich bedeutende Materialsammlungen u.a. von Hemprich und Ehrenberg, Klunzinger, Döderlein, Römer und Schaudinn (Fauna Arctica), Kükenthal und Hartmeyer (Westindien-Expedition) und Kühlmann.

Highlights

Quallen vom ersten Transatlantik-Kabel

Die Tiere wurden 1875 während einer Reparaturfahrt angeheftet am ersten dauerhaft funktionierenden Transatlantikkabel der Firma Siemens & Halske beim Bergen des gerissenen Kabelendes gefunden. An Bord etikettiert als "Polypos, animal matter" gelangten sie in Alkohol konserviert ins Museum und dienten nur wenig später dem Nesseltier-Spezialisten Theophil Studer als Grundlage für die Beschreibung einer neuen Staatsquallengattung und -art Bathyphysa abyssorum.

Forschung

Die Sammlung wird sowohl intern als auch von zahlreichen externen Wissenschaftlern zu Forschungszwecken genutzt. Insbesondere die Typus-Exemplare sind oft gefragte Objekte für taxonomische Vergleichsstudien. In jüngster Zeit werden die historischen, in Alkohol konservierten Stücke auch für molekularbiologische Untersuchungen herangezogen. Dadurch bekommt die Sammlung eine völlig neue Bedeutung und kann als einmalige Ressource auch für sequenzbasierte Biodiversitätsstudien dienen.

Bibliothek

Die Teilbibliothek "Marine Wirbellose" besteht aus historischen Monographien und einer umfangreichen Sonderdrucksammlung, die die gesamte taxonomische Bandbreite der Sammlung abdecken. Besonders wertvolle oder alte Monographien mit Bezug zur Sammlung befinden sich zudem in den Rara-Beständen der Hauptbibliothek.