Back to top

Säugetiere

Weißbauchschuppentier-Präparate in der Säugetiersammlung, Foto: Carola Radke / MfN Back to top

Säugetiere

Die Säugetiersammlung umfasst rund 150.000 Objekte und mehr als 2.000 Typus-Exemplare und ist eine der weltweit größten Sammlungen rezenter Säugetiere. Das Spektrum umfasst Vertreter von allen 29 Säugetier-Ordnungen und reicht von großen Sammelserien unserer heimischen, weit verbreiteten Kleinsäuger über Einzelstücke seltener Primatenarten bis hin zu bereits ausgestorbenen Arten wie z.B. dem Beutelwolf. Einer der geographischen Schwerpunkte der Sammlung liegt in den ehemaligen deutschen Kolonialgebieten in Afrika.

Etwa 20.000 Exemplare sind in Alkohol konserviert. Von den restlichen werden Felle, Schädel oder Skelette getrennt voneinander aufbewahrt, wobei die Schädelsammlung stückzahlenmäßig den größten Sammlungsteil darstellt. Zusätzlich zur Trocken- und Nass-Sammlung gibt es auch eine DNA- und Gewebesammlung.

Besuchsanfragen richten Sie bitte an das Sammlungsmanagement.

Digitalisierung

Die Erfassung eines wesentlichen Teils des Sammlungsbestands erfolgte 2014 im Datenbanksystem SPECIFY. Rund 105.000 Objekte von ca. 79.000 Individuen sind elektronisch registriert (Stand 05.2016) und können online recherchiert werden. Bisher nicht registrierte Sammlungsstücke werden sukzessive erfasst.

Geschichte

Mit der Säugetiersammlung sollte von Beginn an die biologische Artenvielfalt der Säugetiere weltweit repräsentiert werden. Die ersten Exemplare stammen aus dem frühen 18. Jh., darunter Objekte aus dem „Naturalienkabinett“ der Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften und der „Königlichen Kunstkammer“. Das meiste Material ging der Sammlung im späten 19. und frühen 20. Jh. teilweise aus großen Expeditionen zu, die eine breite öffentliche Wahrnehmung erlangten. Weil zu dieser Zeit auch das Interesse an geografischen Variationen und der Biogeografie wuchs, wurden viele Serien von Individuen gesammelt. Bis in die 1920er Jahre stand die Beschreibung neuer Arten und Formen im Vordergrund, so dass man eine große Anzahl von Typus-Exemplaren erhielt.

Wichtige Sammlungsteile gehen auf Alfred Nehring (1845-1904) mit einer umfangreichen Haustiersammlung aus der zweiten Hälfte des 19. Jh. und Paul Matschie (1861-1926) mit umfangreichem Typusmaterial aus dem frühen 20. Jh. zurück. Bedeutsame Expeditionen waren u.a. Wilhelm Peters (1815-1883) naturwissenschaftliche Reise nach Mossambique in den 1840er Jahren, Herzog Adolf F. zu Mecklenburgs (1873-1969) Deutsche Zentral-Afrika-Expeditionen in den Jahren 1907/1908 und 1910/1911 und Ernst Schäfers (1910-1992) Tibet-Expedition aus den 1930er Jahre.

Forschung

Publikationen zur Säugetiersammlung:

  • Angermann, R. (1989a) Historische und aktuelle Bedeutung wissenschaftlicher Sammlungen am Beispiel der Säugetiersammlung des Museums für Naturkunde. Wissenschaftliche Zeitschrift der Humboldt-Universität Berlin, Reihe Mathematik/Naturwissenschaften 38 (4): 359-366.
  • Angermann, R. (1989b) Die Säugetierkollektion des Museums für Naturkunde der Humboldt- Universität zu Berlin. Säugetierkundliche Informationen 3 (13): 47-68.
  • Giere, P. und S. Jancke (2010) Professor Georg Friedrich Paul Matschie. In: Damaschun, F., S. Hackethal, H. Landsberg und R. Leinfelder (Hrsg) Klasse, Ordnung, Art – 200 Jahre Museum für Naturkunde Berlin, Basilisken-Presse, Rangsdorf: 196-199.
  • Jancke, S., D. Striebing und F. Mayer (2015) Exploitation of digital collection data at the Museum für Naturkunde Berlin. Journal of Natural Science Collections 2: 41-46.
  • Turni, H., R. Hutterer und R. Asher (2007) Type specimens of “insectivoran” mammals at the Museum für Naturkunde, Berlin. Zootaxa 1470: 1–33.
  • Turni, H. und D. Kock (2008) Type specimens of bats (Chiroptera: Mammalia) in the collections of the Museum für Naturkunde, Berlin. Zootaxa 1869: 1–82.

Bibliothek

Der Säugetierkustodie ist außerdem eine Teilbibliothek mit säugetierkundlichen Zeitschriften, Monographien und Sonderdrucken zugeordnet.