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19.11.2019: Die Paläobotanikerin Dr. Eva-Maria Sadowski erhält für ihre Dissertation an der Universität Göttingen den Wolfgang-Strutz-Promotionspreis. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung zeichnet damit ihre Arbeit über die in Bernstein konservierte Pflanzenwelt des Baltikums aus. Sadowski ist seit März 2019 am Museum für Naturkunde in Berlin tätig und eine von zwei Preisträgerinnen dieses Jahr.

Bernsteine sind Fenster in die Vergangenheit: In dem fossilen Harz finden sich immer wieder eingeschlossene Tiere oder Pflanzenteile, die Aufschluss über längst vergangen Ökosysteme geben. Sadowski untersuchte in ihrer Dissertation in der Abteilung Geobiologie der Universität Göttingen die in Bernstein konservierte Pflanzenwelt in der Region der Ostsee – der größten Bernstein-Lagerstätte weltweit. Ihre Ergebnisse zeigen, dass die Landschaft und das Ökosystem vor etwa 34 bis 38 Millionen Jahren vermutlich ganz anders aussahen als bisher angenommen. Entscheidende Daten lieferten unter anderem die Einschlüsse von insgesamt zehn Koniferen-Gattungen, von denen neun erstmals in dem Gebiet entdeckt wurden. Der Baltische Bernsteinwald war demnach kein geschlossener subtropischer Urwald, sondern landschaftlich und pflanzlich sehr unterschiedlich strukturiert. Die Vegetation war geprägt von Küstensümpfen, Auwäldern, Mooren und Koniferen-Mischwäldern. Diese Ergebnisse haben auch Einfluss auf die Rekonstruktion des Lebensraumes vieler Tierarten aus dem Baltischen Bernstein und ihrer ökologischen Nischen.

Die Senckenberg Gesellschaft vergibt den Wolfgang-Strutz-Promotionspreis für hervorragende Dissertationen aus den Bereichen Biologie, Paläontologie oder Geologie, die einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Bio- oder Geodiversität, ihrer Entstehung und ihres Wandels geleistet haben. Voraussetzung ist, dass die Arbeiten auf der Basis von senckenbergischem Sammlungsmaterial oder an beziehungsweise in Kooperation mit einem der Senckenberg-Institute entstanden sind.