Wir wissen nicht, mit wem wir diesen Planeten teilen. Um die 90 Prozent aller Arten auf der Erde sind unbekannt. Das Museum für Naturkunde Berlin setzt alles daran, die Namenlosen zu entdecken, bevor sie aussterben – in Berlin genauso wie im Regenwald von Vietnam.
Kosmischer Staub, der auf die Erde sinkt, kann viel über die Geschichte unseres Sonnensystems erzählen. Die Astrophysikerin Jenny Feige sammelt außerirdische Partikel in der chilenischen Atacama-Wüste, um Millionen Jahre in die Vergangenheit zu schauen.
Der Meteoritenfall von Ribbeck im Januar 2024 war eine Sensation. Expert:innen des Museums für Naturkunde Berlin untersuchen das außerirdische Aubrit-Gestein und koordinieren ein internationales Konsortium zur Erforschung des Ribbeck-Meteoriten.
Wo heute die Stadt Chemnitz ist, war früher ein Vulkan. Als er ausbrach, begrub er einen Wald unter sich. Ludwig Luthardt, Paläontologe am Museum, erforscht die versteinerten Hölzer – und kann so das Klima rekonstruieren.
Alte Expeditionstagebücher, handgeschriebene Etiketten, kunstvolle Kupferstiche, biologische Proben – die Sammlung des Museums für Naturkunde Berlin steckt voller Raritäten und verstecktem Wissen. Franziska Schuster hilft, die Schätze zu heben.
Hinter den Kulissen
Menschen, Ideen und Geschichten auf dem Weg zum Naturkundemuseum des 21. Jahrhunderts
Viele der bedeutendsten Fossilien des Museums lagen bislang verborgen in Schubladen und Magazinen. Mit der Öffnung der Teilsammlung "Fossile Wirbelloser" werden diese Schätze erstmals für ein breites Publikum zugänglich. Sie zeigen, wie Fossilien neue Erkenntnisse über Evolution, Massenaussterben und Klimawandel ermöglichen.
Was passiert eigentlich hinter den Kulissen der Museums-Evolution? In unserem aktuellen Update berichten Generaldirektor Johannes Vogel und Geschäftsführer Stephan Junker über Fortschritte, Herausforderungen und die nächsten Meilensteine.
Meta Friese ist Kunsthistorikerin. Sie ist dafür zuständig, dass Sammlungsobjekte gut behandelt werden und ihnen bei Umzügen oder Leihtransporten nichts zustößt.
Seit mehr als 150 Jahren lagern rund 45.000 gepresste Pflanzenteile in einem Herbar, das einst der Botaniker Johann Schrader zusammenstellte. Jetzt erhalten die empfindlichen Belege ein neues Leben: In den kommenden Jahren werden sie restauriert und digitalisiert.
Die Museums-Evolution nimmt Gestalt an: 2025 wurden wichtige Meilensteine für die Zukunft des Museums erreicht – von abgeschlossenen Planungen für die neuen Standorte bis zu sichtbaren Baufortschritten im historischen Hauptgebäude.
Die Sammlung des Museums bewahrt nicht nur Wissen über die Vergangenheit der Erde – sie liefert auch Antworten auf Fragen, die wir heute noch gar nicht kennen. Durch Digitalisierung, internationale Vernetzung und offene Zugänge werden ihre Bestände zunehmend weltweit nutzbar und für die Forschung von morgen erschlossen.
Die Räume des Museums für Naturkunde Berlin stecken voller Geschichte. Bald soll das denkmalgeschützte Gebäude saniert werden. Die Kunsthistorikerin Jutta Helbig erfasst die Schätze der Vergangenheit, um sie für die Zukunft zu bewahren.
Von automatisierten Digitalisierungsstationen bis zur intelligenten Auswertung von Sammlungsdaten: ELIO zeigt, wie aus den Herausforderungen naturkundlicher Sammlungen digitale Innovationen entstehen, die weit über das Museum hinaus Anwendung finden.
Wer kann Sütterlin lesen und Handschriften entziffern? Engagierte Bürger und Bürgerinnen helfen, die Geschichten aus dem Archiv des Museums für alle zugänglich zu machen.
Mensch und Natur
Neue Perspektiven auf unsere Beziehung zur Natur und auf naturkundliche Sammlungen
Normalerweise bleiben Forschungssammlungen verborgen. Die Sonderausstellung „ZUGvögel – Eine Sammlung in Bewegung“ öffnet den Blick auf die Vogelsammlung des Museums und zeigt, wie Sammlungen Wissen über die Natur von gestern, heute und morgen ermöglichen.
Was verrät ein Elefantenschädel über die deutsche Kolonialgeschichte? Gemeinsam mit internationalen Co-Kurator:innen untersucht das Museum die Herkunft seiner Sammlung und macht bislang verborgene Geschichten sichtbar.
Der Mensch verändert die Natur mit aller Kraft. So sehr, dass die Wissenschaft eine neue geologische Epoche erkennt: Das Anthropozän – das Zeitalter des Menschen.
Wer glaubt, nichts mit Mineralen zu tun zu haben, der irrt gewaltig. Das Frühstück war auf dem Porzellanteller – hergestellt aus Quarz, Kaolinit und Feldspat. Die Fingernägel sind lackiert und schimmern dank der im Lack enthaltenen Glimmerminerale Muskovit und Lepidolith.
Die Natur geht uns alle an, davon ist Astrid Faber überzeugt. Die Biologin setzt sich dafür ein, dass so viele Menschen wie möglich vom Wissen und von der Sammlung des Museums für Naturkunde Berlin profitieren.
Citizen-Science-Projekte machen Spaß. Aber für Bürgerforschende stellen sich auch juristische Fragen: Bin ich versichert, wenn ich mich auf der Suche nach Wildbienen verletze? Wie steht es mit dem Datenschutz, wenn ich Dörfer kartiere? Ein Leitfaden klärt auf.
Natur vor der Haustür
Tiere, Pflanzen und Lebensräume in Ihrer Umgebung – und wie Sie sie selbst erkunden
Katharina und Parm von Oheimb vereint die Begeisterung für schleimige Weichtiere. Auf Berliner Friedhöfen suchen sie nach Schnecken, um neue Erkenntnisse über deren Vielfalt und Lebensweise zu gewinnen.
Welches Tier hat tausende Zähne, kein Skelett und nur einen Fuß? Welches Tier kann sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsorgane in sich tragen und schafft es, sich unverletzt über scharfe Messerkanten zu bewegen? Richtig, eine Schnecke! Oft werden Schnecken als schleimig…
Die Naturblick-App unterstützt die urbane Naturerfahrung. Mit rund 120.000 Nutzer:innen gehört die App zu den "Verkaufsschlagern" des Museums für Naturkunde Berlin.
Neben Gärten und anderen Grünflächen in der Stadt, bieten brachliegende Flächen einer Großzahl an Tieren und Pflanzen ein Zuhause. Brachen sind Flächen, die nicht bebaut oder anderweitig genutzt werden und die von der Natur zurückerobert werden.
Geht es um Tiere in der Stadt, finden Tauben nur selten wertschätzende Erwähnung, obwohl oder vielleicht gerade weil sie so präsent sind. Der schlechte Ruf der Tauben rückt das eigentliche Wesen dieser intelligenten, sozialen und sehr anpassungsfähigen Vögel in den Hintergrund.
Was wissen wir über die Artenvielfalt in Berlin – und wo bestehen noch Wissenslücken? Dr. Nike Sommerwerk blickt auf drei Jahre „Vielfalt Verstehen“ zurück und zeigt, wie Forschung und Gesellschaft gemeinsam zur Zukunft der Stadtnatur beitragen können.
Die Blätter von Bäumen verfärben sich im Herbst bunt und fallen irgendwann herunter - das lernen wir von Klein auf. Dass auch die Nadeln der Nadelbäume Blätter sind und warum die bei den allermeisten Arten nicht jeden Herbst abfallen, beschäftigt uns meist weniger.