Zwischen Tradition, Bau und Zukunft

„Dem großen Ziel, das gesamte Haus zu sanieren, um sich zu einem offenen und integrierten Forschungsmuseum in der Mitte der Stadt zu entwickeln, sind wir in 2025 ein riesiges Stück nähergekommen“, freut sich Geschäftsführer Stephan Junker.

Bauleiterin Selina Schultze geht ins Detail. Die Vorplanung für den Standort Invalidenstraße konnte erfolgreich abgeschlossen werden und liegt zur Prüfung und Freigabe bei den Zuwendungsgebern. Am geplanten zweiten Standort in Adlershof – der die offizielle Adresse Wagner-Régeny-Straße 3 erhielt – konnte die Bauplanung vollständig abgeschlossen werden und befindet sich in der Prüfung sowie Freigabe durch die Zuwendungsgeber (Stand 31. Dezember 2025). Parallel dazu wurde die Baugenehmigung erteilt. Die Ausschreibung für den Generalunternehmer ist in Vorbereitung.

Doch in 2025 wurde nicht nur geplant – es wurde auch kräftig gebaut. Wo im Hauptgebäude des Museums in der Invalidenstraße einst präparierte Vögel und Käfer die Vielfalt der Natur erzählten, prägen Baugerüste und das geschäftige Arbeiten zahlreicher Gewerke das Bild. Terrazzo wurde instandgesetzt, Putzschichten erneuert, Maueröffnungen geschlossen. Licht fällt durch geöffnete Fenster in Räume, in denen Abbruch, Sicherung und Wiederaufbau Hand in Hand gehen. All dies markiert den sichtbaren Wandel im Bereich des seit zwei Jahren laufenden dritten Bauabschnitts des Museums für Naturkunde Berlin, der die sogenannte Villa, den Westflügel, den Kopfbau West, den Querflügel West sowie den Mittelbau West umfasst. Die Museums-Evolution ist im vollen Gange.

Im Jahr 2025 wurden in diesem Bereich zentrale Meilensteine erreicht. Die umfangreichen Abriss- und Rückbauarbeiten konnten abgeschlossen werden, schadstoffbelastete Bauteile wurden fachgerecht entfernt und entsorgt. Parallel dazu wurde der Innenausbau aufgenommen und die neuen Dachgeschosse baulich vorbereitet. Damit ist der Übergang von der Erneuerung der Bausubstanz hin zur konkreten Ausgestaltung der zukünftigen Museumsräume vollzogen.

Besondere Fortschritte verzeichnete der Devonsaal, der in diesem Jahr erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wieder über Fenster verfügt. Neue gusseiserne Stützen sichern nun dauerhaft die historische Kappendecke. Gleichzeitig wurde ein innovatives Heiz- und Kühlsystem in den Lehmputz integriert, das künftig über Geothermie betrieben wird und ein energieeffizientes Raumklima ermöglicht.

Bereits zuvor waren wesentliche Grundlagen geschaffen worden: Neue Bodenkanäle und Fundamente entstanden in den Untergeschossen, das neue Treppenhaus der Villa inklusive eines neuen Aufzugsschachtes wurde fertiggestellt und Wetterschutzdächer schützen die sensiblen Baubereiche. Fenster wurden demontiert, aufgearbeitet wieder eingesetzt. Die historischen Kastenfenster erhielten eine moderne, isolierende Verglasung. Auch im Jahr 2025 arbeiteten alle technischen Gewerke kontinuierlich weiter an der Erneuerung der Heizungs-, Lüftungs-, Sanitär- und Elektroanlagen.

Nachhaltigkeit bleibt auch im dritten Bauabschnitt ein zentrales Leitmotiv. Umweltfreundliche Materialien wie Lehmputz, Naturdämmstoffe und Holz kommen großflächig zum Einsatz. Die Dachflächen werden nahezu vollständig mit Photovoltaikanlagen belegt und leisten künftig einen Beitrag zur Eigenstromversorgung. Ergänzt wird dies durch Geothermie zur Wärmegewinnung sowie ein nachhaltiges Regenwassermanagement: Eine Rigole im Innenhof speichert Niederschlagswasser zur späteren Nutzung. In die Fassaden integrierte Quartiere für Fledermäuse und zahlreiche Nistmöglichkeiten für Vögel fördern zudem die urbane Biodiversität, während der bestehende Baumbestand weitgehend erhalten bleibt.

„Mit den insgesamt erreichten Baufortschritten im Jahr 2025 nimmt die Vision eines nachhaltigen und modernen Museums deutlich Gestalt an“, so Geschäftsführer Stephan Junker.