
Digitale Wertschöpfung aus Sammlung und Forschung
Das Entwicklungslabor für Innovation in der Objektdigitalisierung (ELIO) verbindet technologische Innovation, wissenschaftliche Expertise und wirtschaftliche Perspektiven. Ziel ist es, technologische Lösungen systematisch bis zur Anwendungsreife zu entwickeln und langfristig wirtschaftlich tragfähig zu etablieren. Aus prototypischen Entwicklungen entstehen so konkrete Produkte und Dienstleistungen für den nationalen und internationalen GLAM-Sektor – von Museen über Archive bis hin zu Bibliotheken und Galerien.
Im Mittelpunkt von ELIO steht ein integrierter Innovationsansatz mit drei aufeinander aufbauenden Produkten. Ausgangspunkt der technologischen Produktentwicklungen ist eine modulare, automatisierte Digitalisierungseinheit für kleine bis mittelgroße Sammlungsobjekte. Sie ermöglicht standardisierte, hochauflösende Bildaufnahmen unter reproduzierbaren Bedingungen und mit automatisierten Abläufen. Gleichzeitig ist sie so konzipiert, dass sie sich nahtlos in bestehende Digitalisierungssysteme in der Sammlung integrieren lässt. Ziel ist eine skalierbare Hardwarelösung, die sowohl großen Einrichtungen als auch kleineren Häusern mit begrenzten Ressourcen offensteht und gemeinsam mit Industriepartnern für den internationalen Markt weiterentwickelt wird.

Parallel dazu entsteht ein Software-Paket zur automatisierten Verarbeitung von Objekt- und Bilddaten. Es vereint Bildverarbeitung, Texterkennung, semantische Analyse sowie strukturierte Datenaufbereitung. Große Datenmengen können effizient verarbeitet und direkt in bestehende Infrastrukturen eingebunden werden. Ein konkretes Anwendungsbeispiel ist das automatisierte Auslesen von maschinen- und handschriftlichen Sammlungsetiketten. So können die Objektmetadaten um diese Informationen ergänzt werden. Die Software ist sowohl als eigenständiges Produkt als auch in Kombination mit der Digitalisierungseinheit einsetzbar.
Ergänzt wird dieses Portfolio durch ein digitales Tracking- und Monitoringtool für Sammlungsbestände. Es ermöglicht es, Standortwechsel, Bearbeitungsschritte und konservatorische Eingriffe systematisch zu erfassen und transparent nachzuverfolgen – ein bislang vielfach manuell organisierter Bereich des Sammlungsmanagements. Das modulare Tool integriert bestehende Datenbanksysteme, erhöht die Reproduzierbarkeit von Prozessen und wird als fester Bestandteil einer ganzheitlichen digitalen Sammlungsinfrastruktur entwickelt. In der Anwendung greifen alle drei Produktentwicklungen ineinander: Die Digitalisierungseinheit erzeugt standardisierte Bilddaten, das Software-Paket strukturiert und analysiert diese Informationen, während das Tracking-Tool die systematische Ordnung in der physischen Sammlung aufrechterhält.
Mit ELIO etabliert sich das Museum für Naturkunde Berlin als Innovations-Hub für digitale Sammlungsinfrastruktur. ELIO zeigt damit exemplarisch, wie aus sammlungsbezogener Forschung Innovation nicht nur initiiert, sondern nachhaltig in wirtschaftlich tragfähige Modelle überführt werden kann.
