Forschungsfeld

Genese und Platznahme von schmelzführenden Impaktbrekzien
Bildungsmechanismen und Ablagerungsprozesse von Sueviten

Forschung

Schmelzführende Impaktbrekzien, sogenannte Suevite, zählen zu den wichtigsten Indikatoren von Asteroideneinschlägen. Sie dokumentieren die intensive Fragmentierung von Gestein sowie unterschiedliche Grade schockmetamorpher Überprägung bis hin zur vollständigen Aufschmelzung des Zielgesteins.

Ein detailliertes Verständnis ihrer Genese liefert zentrale Hinweise auf Prozesse der Impaktkraterbildung und deren Auswirkungen auf die Umwelt. Die Mechanismen ihrer Entstehung und Ablagerung sind Gegenstand aktueller wissenschaftlicher Diskussionen.

Untersuchungen am Ries-Krater

Der Ries-Krater in Süddeutschland stellt eine der am besten erhaltenen Impaktstrukturen weltweit dar und enthält gut ausgebildete Suevitablagerungen. Diese werden mit geologischen, geochemischen und texturanalytischen Methoden in unterschiedlichen Maßstäben – vom Kilometer- bis in den Mikrometerbereich – untersucht.

Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass es beim Einschlag lokal zu einer weitgehenden Homogenisierung der Zielgesteine kommt, während auf größeren Skalen Heterogenitäten im Bereich eines Kraterradius erhalten bleiben. Die Texturen der Suevite sprechen für einen vom Kraterzentrum nach außen gerichteten Dichtestrom, der mit Ignimbriten explosiver Vulkane vergleichbar ist.

Kontakt

Prof. Dr. Lutz Hecht
Leitung
E-Mail: Lutz.Hecht@mfn.berlin

Kooperationspartner

Publikationen (Auswahl)

Siegert, S., and Hecht, L. (2018): Heterogeneity of melts in impact deposits and implications for their origin (Ries suevite, Germany). Meteoritics & Planetary Science (early view). https://doi.org/10.1111/maps.13210

Siegert, S., Branney, M., Hecht, L. (2017): Density current origin of a melt-bearing impact ejecta blanket (Ries suevite, Germany). Geology 45(9):855-858, https://doi.org/DOI:10.1130/G39198.1
 

Zuordnung im Museum für Naturkunde Berlin