Evolution von Echoortung
01.04.2023
– 31.03.2027
Das Projekt erforscht, wie sich die Echoortung der Fledermäuse aus sozialen Lautäußerungen entwickelt haben könnte, mithilfe akustischer Experimente und computergestützter Analysen.

Neue Signale entstehen nicht aus dem Nichts – oft gehen sie aus bereits bestehenden Signalen hervor und übernehmen im Lauf der Evolution neue Funktionen. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel ist die Echoortung der Fledermäuse, bei der Laute ausgesendet und die zurückkehrenden Echos genutzt werden, um Objekte zu erkennen und einzuordnen. Eine zentrale Idee ist, dass sich Echoortung aus sozialen Lauten entwickelt haben könnte, die ursprünglich der Kommunikation und nicht der Orientierung dienten. Dieser Übergang bietet eine seltene Möglichkeit zu verstehen, wie neue biologische Funktionen entstehen.
Wir untersuchen diese Frage mit einer Kombination aus sensorisch-ökologischen Experimenten und computergestützten Ansätzen. Dazu zeichnen wir soziale Lautäußerungen und Echoortungssignale von Fledermäusen in verschiedenen Kontexten auf, analysieren die Echos, die diese Signale erzeugen können, und testen, ob Vorläufer sozialer Lautäußerungen bereits nützliche sensorische Informationen geliefert haben könnten. Dafür verbinden wir akustische Aufnahmen, Playback-Experimente, Simulationen und maschinelles Lernen mit Messungen auditorischer Hirnstammantworten. So können wir nachvollziehen, wie Echoortung aus sozialen Signalen entstanden sein könnte, und zugleich allgemein besser verstehen, wie sich Kommunikation und Sinnessysteme im Tierreich entwickeln.
Kooperationspartner
Prof. Dr. Yossi Yovel (Co-PI)
