Wasserwelten voller Leben - Warum die biologische Vielfalt in und um unsere Gewässer für uns alle wichtig ist!
Unsere Seen und Talsperren sind nicht nur Speicher für Trinkwasser, sondern auch lebendige Ökosysteme. In ihnen tummeln sich unzählige Mikroorganismen, Pflanzen und Tiere – viele davon mit Aufgaben, die wir auf den ersten Blick gar nicht wahrnehmen. Diese biologische Vielfalt – oder Biodiversität – sorgt dafür, dass das Wasser sich auf natürliche Weise reinigen kann. Sie trägt zur Stabilität des Ökosystems bei und wirkt wie ein Puffer gegen äußere Einflüsse.
Je vielfältiger ein Gewässer ist, desto besser kann es sich selbst regulieren – zum Beispiel Algenwachstum eindämmen oder Schadstoffe abbauen. Damit ist Biodiversität kein Luxus, sondern ein entscheidender Faktor für unsere Gesundheit und die Versorgung mit sauberem Trinkwasser.
Biodiversität aus dem Takt: Wenn Umweltveränderungen das Gleichgewicht unserer Seen und Talsperren stören
Unsere Seen und Talsperren sind Lebensräume mit einem empfindlichen Gleichgewicht – doch genau dieses Gleichgewicht gerät zunehmend aus dem Takt. Steigende Temperaturen, neue Schadstoffe und eingeschleppte Arten (Neobiota) wirken auf komplexe Weise zusammen und verändern die natürlichen Abläufe im Wasser.
Klimawandel: Wärmere Temperaturen verändern Lebensräume – Algenblüten und Sauerstoffmangel nehmen zu.
Invasive Arten: Eingeschleppte Tiere und Pflanzen, so genannte Neobiota, verdrängen heimische Arten und stören das ökologische Gleichgewicht.
Verschmutzung: Über Landwirtschaft und Abwasser gelangen Nährstoffe ins Wasser – das fördert übermäßiges Algenwachstum.
Manche dieser Entwicklungen verlaufen schleichend und bleiben lange verborgen. Andere, wie plötzliche Algenblüten oder das Verschwinden bestimmter Arten, sind unmittelbar sichtbar – mit spürbaren Folgen für Mensch und Natur. Unser Ziel ist es, diese Veränderungen frühzeitig zu erkennen, zu verstehen und gemeinsam Wege zu finden, um den Wandel zu gestalten.
Unser Ziel
Die Vielfalt verstehen, bevor sie verloren geht
Wie können wir die Vielfalt im Wasser erfassen – und welche Rolle spielt sie für unsere Zukunft? Genau das untersucht unser interdisziplinäres Projekt IQ-Wasser. Mithilfe moderner Methoden wie Umwelt-DNA-Analysen, Metagenomik und Künstlicher Intelligenz erfassen wir, wie sich Mikroorganismen in Talsperren verändern – und was das für die Wasserqualität bedeutet.
Dabei verbinden wir klassische Gewässerforschung mit neuen Technologien. Gleichzeitig wollen wir auch Bürgerinnen und Bürger einbeziehen: durch Citizen Science, bei dem Menschen vor Ort Veränderungen beobachten und melden können. Denn sauberes Wasser und gesunde Ökosysteme gehen uns alle an – und gemeinsam können wir sie besser schützen.
Unsere Werkzeuge
Wie wir Artenvielfalt sichtbar machen
Von der Wasserprobe bis zur Prognose – unser Werkzeugkasten reicht von molekularbiologischen Analysen bis zu künstlicher Intelligenz.
Sensoren liefern uns Daten direkt aus dem Wasser. Im Labor analysieren wir Proben auf Mikroorganismen und genetische Spuren. Und du kannst dabei helfen: Mit deinen Beobachtungen vor Ort trägst du wertvolle Hinweise aus der Natur bei. All diese Informationen fließen zusammen, um ein möglichst vollständiges Bild der Biodiversität zu zeichnen – und mithilfe von KI frühzeitig zu erkennen, wenn ein Gewässer aus dem Gleichgewicht gerät.
Unsere Studiengebiete
Vielfalt der Gewässer – unterschiedliche Bedingungen, gemeinsame Ziele
In unserem Projekt untersuchen wir eine Auswahl an Talsperren und Seen, die für die Trinkwasserversorgung von großer Bedeutung sind. Diese Gewässer unterscheiden sich in ihrer Größe, ihrem trophischen Zustand und den Herausforderungen, denen sie ausgesetzt sind. Einige sind besonders naturnah, während andere durch menschliche Aktivitäten stärker belastet werden.
Durch die Vergleichsstudien wollen wir verstehen, wie verschiedene Umwelteinflüsse – wie der Klimawandel, invasive Arten oder die Wassernutzung – die Ökosysteme in unterschiedlichen Regionen beeinflussen und wie wir die Wasserqualität langfristig schützen können
Mitmachen
Sie verbringen gerne Zeit in der Natur und interessieren sich für die Artenvielfalt? Dann laden wir Sie herzlich zur Teilnahme am Mitmach-Projekt „IQ Wasser – Artenvielfalt gemeinsam erforschen„ ein! Ziel des Projekts ist es, die Artenvielfalt an ausgewählten Talsperren in Deutschland zu erfassen und so einen wichtigen Beitrag zur Erforschung und zum Schutz dieser besonderen Lebensräume zu leisten.
Im Rahmen des Mitmach-Projekts (Citizen Science) wird die Artenvielfalt in und um ausgewählte Talsperren in Deutschland, z. B. der Wahnbachtalsperre, erfasst. Ziel ist es, Daten über das Vorkommen von wilden Tier-, Pflanzen- und Pilzarten zu sammeln und dadurch einen Beitrag zur Erfassung der Artenvielfalt und zum Verständnis und langfristigen Schutz dieser besonderen Lebensräume zu leisten.
Welche Arten leben in und an den Talsperren? Welche Arten sind selten oder besonders schützenswert? Wo breiten sich gebietsfremde oder invasive Arten aus? Wann kommt es zur Algenblüte? Wo treten Algenblüten auf?
Mitmachen – so funktioniert’s:
Die Teilnahme am Projekt ist einfach und ohne Vorkenntnisse möglich.
1. App-Download und Registrierung
Kostenloser Download, Registrierung und Nutzung der iNaturalist App im Google Play Store oder Apple App Store
2. Beobachtung im Untersuchungsgebiet durchführen
Wildlebende Pflanzen, Tiere und Pilze in und rund um die Talsperren entdecken und beobachten. Verhaltensregeln und gesetzliche Vorschriften im Untersuchungsgebiet müssen stets eingehalten werden.
3. Beobachtung dokumentieren
Mithilfe der kostenlosen App iNaturalist lassen sich Beobachtungen schnell und unkompliziert dokumentieren. Eine integrierte, moderne Bestimmungshilfe unterstützt bei der Bestimmung der Art. Bitte Beobachtungen stets mit Standort und Datum erfassen.
Die Beobachtungen im jeweiligen Untersuchungsgebiet landen automatisch auf der iNaturalist-Projektwebseite von „IQ Wasser – Artenvielfalt gemeinsam erforschen„. Wir freuen uns über einen Beitritt in das Sammelprojekt auf iNaturalist.
4. Beobachtung für die Forschung bereitstellen
Alle eingereichten Beobachtungen fließen direkt in die wissenschaftliche Auswertung des Projekts ein und liefern wichtige Informationen über die Artenvielfalt rund um die Talsperren. "
Projektpartner
Hinter IQ-Wasser steht ein interdisziplinäres Team aus Forschung, Technik, Praxis und Kommunikation. Gemeinsam entwickeln wir neue Wege, um Biodiversität sichtbar zu machen und Wasserqualität langfristig zu sichern. Was uns verbindet: die Überzeugung, dass wir die Herausforderungen unserer Zeit nur gemeinsam lösen können – mit Offenheit, Fachwissen und Zusammenarbeit auf Augenhöhe.
- Projektkoordination - TZW DVGW-Technologiezentrum Wasser
- Museum für Naturkunde - Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung
IdentMe GmbH - Artbestimmung durch eDNA – präzise, effizient und nachhaltig
Fraunhofer IOSB - Universität Duisburg-Essen (Probst Lab)
- bbe Moldaenke GmbH
