Haus-Projekt

Konzeptentwicklung zum Umgang mit von Pyritzerfall betroffenen Objekten
01.08.2026 – 31.01.2027

Ammoniten aus der Sammlung des Museums für Naturkunde Berlin mit sichtbarem Pyritzerfall. Grauweiße Ausblühungen und Risse sind durch die Oxidation des Pyrits entstanden.
Foto: Andreas Rassuly

Projektbeschreibung

Pyrit ist ein Mineral, das in zahlreichen Fossilien der Sammlungen des Museums für Naturkunde Berlin vorkommt. Ein kritisches Problem stellt dabei die Instabilität des Minerals dar: Unter dem Einfluss von Luftfeuchtigkeit und Temperaturschwankungen neigt Pyrit zum Zerfall. Dieser Prozess beginnt oft mit einer grau-gelblichen Krustenbildung und führt im fortgeschrittenen Stadium zu einer Volumenverzugsvergrößerung, die das Fossil unwiederbringlich zerstört.

Da der genaue Anteil pyrithaltiger Objekte in den paläontologischen Sammlungen derzeit nicht detailliert quantifiziert ist, besteht dringender Handlungsbedarf. Das Projekt setzt an, die chemischen Abbauprozesse systematisch zu erfassen und die Auswirkungen auf die wissenschaftliche Nutzbarkeit der Objekte zu bewerten.

Ein zentraler Treiber des Projekts ist der anstehende Umzug der Sammlungen in das neue Außendepot in Adlershof. Es gilt, bereits vor der Umlagerung fundierte Entscheidungsgrundlagen zu schaffen, um den Informations- und Materialverlust während und nach dem Umzug zu verhindern.

 

Ziele und Schwerpunkte

Das Hauptziel des Projekts ist die Entwicklung eines belastbaren Konzepts, das den Erhalt und die Nutzbarkeit der betroffenen Objekte für zukünftige Generationen garantiert. Dabei stehen folgende Schwerpunkte im Fokus:

  • Bestandsaufnahme (Assessment): Qualitative und quantitative Erfassung des Pyritzerfalls in einem repräsentativen Teilbereich der Sammlung (exemplarisch an Ammoniten des Mesozoikums).
  • Methodenentwicklung: Erprobung und Bewertung verschiedener Erhaltungstechniken (z. B. atmosphärische Isolation oder chemische Stabilisierung) hinsichtlich ihrer Effektivität, Nachhaltigkeit und Ressourcenffizienz.
  • Workflow-Optimierung: Integration der konservatorischen Maßnahmen in die bestehenden Prozesse der Sammlungserschließung.
  • Ressourcenplanung: Erstellung von Grundlagen für die Kosten- und Materialberechnung (z. B. Archivmaterialien, Chemikalien, Arbeitsaufwand), um eine langfristige Finanzierung der Maßnahmen zu ermöglichen.
Seeigel-Fossil mit fortgeschrittenem Pyritzerfall. Oxidierter Pyrit hat das Gehäuse von innen aufgesprengt.
Seeigel-Fossil mit fortgeschrittenem Pyritzerfall: Der eingeschlossene Pyrit ist oxidiert und hat das Gehäuse von innen aufgesprengt.
Foto: Andreas Rassuly

Methodik und Ausblick

Das Projekt nutzt einen wissenschaftlich begleiteten Ansatz, der die Übertragbarkeit von Forschungsergebnissen auf andere Sammlungsbereiche prüft. 

Durch die Entwicklung standardisierter, datenbasierter Workflows leistet das Projekt einen wesentlichen Beitrag zur Strategie des Museums, das globale Naturerbe durch präventive Konservierung dauerhaft zu bewahren.

 

Unser Kontext im Museum