Mit der partizipativen und digitalen Sammlung "Natur der Dinge" geht es uns darum, den planetaren Einfluss menschlicher Gesellschaften und Technologien auf das Erdsystem subjektiv erfahrbar werden zu lassen. Als Verbundprojekt mit dem Muséum national d’Histoire naturelle Paris suchen wir im Kontext naturkundlicher Sammlungen nach neuen Formen der Wissensvermittlung für das Anthropozän. Im Zentrum steht dabei das kulturelle Wissen vom menschlichen Einfluss auf Natur: Wie formen gesellschaftlich geprägte, kollektive oder individuelle Vorstellungen unsere Beziehung zur Natur? Und was erzählen uns die materiellen Zeugnisse sich verändernder Mensch-Natur-Beziehungen.

Ziel ist es, mit einem Citizen Science-Ansatz noch einmal ganz neu zu sammeln und gemeinsam mit Akteuren aus der Gesellschaft erstmals eine Sammlung des Anthropozäns anzulegen. Über die digitale Plattform Natur der Dinge rufen wir offen dazu auf, Objekte aus der Vergangenheit einzureichen, zu denen sie einen persönlichen Bezug haben und anhand derer sich die Veränderungen der Umwelt und des Mensch-Natur-Verhältnisses erzählen lassen. User*innen können zudem ihre Geschichten verschiedene Verbindungen, Sortierungen und Kommentierungen der Objekte und ihrer Geschichten vornehmen. Sie werden so selbst zu Kurator:innen der Sammlung des Anthropozäns. Die Initiative geht aus einer deutsch-französischen Arbeitsgruppe zu Citizen Science hervor. Sie wird inhaltlich und in seinen Ressourcen von beiden Partnern gleichberechtigt verantwortet, getragen und durchgeführt. Begleitend zum Aufbau der Sammlung finden verschiedene Veranstaltungen und Forschungsaktivitäten im Austausch mit Wissenschaftler*innen verschiedener Disziplinen statt sowie öffentliche Aktivierungsformate an den Museen in Berlin und Paris.

Das Anthropozän versteht die Initiative als Anlass, Impulse für die Neuorganisation des Wissens für unsere Gegenwart zu liefern: Das heißt auch, neu über die gesellschaftliche und kulturelle Dimension naturkundlicher Sammlungen nachzudenken. Es gilt, das vorhandene, reiche naturwissenschaftliche Wissen naturkundlicher Museen um kollektive, alltägliche, multiperspektivische Formen des Wissens über die Natur zu erweitern. Angesichts der globalen Herausforderungen geht es uns darum, im Dialog mit der Gesellschaft neue, hybride Formen des Wissens über die komplexen Verflechtungen von Mensch und Natur zu sammeln, zu verbinden und nutzbar zu machen.

Ehemalige Projektmitglieder

  • Mira Witte (Digitale Konzeption)
  • Julia Tovote (Gastwissenschaftlerin)
  • Jan Sevcik (Assistenz)
  • Paula Sommerer (Assistenz)

Unser Kontext im Museum

Zwei Frauen befestigen Fotos und Notizzettel an einer Pinnwand, die mit roten Linien Themen wie Konsum, Recycling und Globalisierung miteinander verknüpft.
Abteilung

Public Science

Beteiligung, Wissensinfrastrukturen und Science-Policy

Forschungsbereich

Gesellschaft und Natur

Wir untersuchen, wie Wissen über Natur entsteht, wie es gesellschaftlich genutzt wird und wie Wissenschaft und Gesellschaft gemeinsam Lösungen für ökologische Herausforderungen entwickeln.