Drittmittelprojekt

Postnatale ontogenetische Muster innerhalb der Avialae (Dinosauria, Theropoda)
04.01.2026 – 31.03.2029

Ziel des Projekts ist die Analyse ontogenetischer Veränderungen bei heutigen Vögeln im Kontext von Phylogenie, Ökologie und Entwicklungsmodi. Durch den Vergleich mit fossilen Urvögeln und Raubdinosauriern wird die Rolle heterochroner Entwicklungsverschiebungen beim Ursprung der Vögel untersucht.

Der Ursprung der modernen Vögel (Aves) reicht bis in die Oberkreide zurück. Als einzige Dinosaurierlinie, die das K-Pg-Massenaussterben überlebte, haben sie eine bemerkenswerte taxonomische, morphologische und ökologische Vielfalt entwickelt. Die Evolutionsgeschichte der Vögel reicht jedoch bis in den Oberen Jura zurück, die traditionell mit dem berühmten Archaeopteryx aus Deutschland in Verbindung gebracht wird. 

Während frühere Forschungsarbeiten vor allem den Ursprung der Vögel und die Evolution des Fluges in den Mittelpunkt stellten, ist die Vielfalt und Entwicklung der postnatalen Ontogenese – also der Individualentwicklung nach dem Schlupf – deutlich weniger gut verstanden. Dieses Wissen ist jedoch entscheidend, um den Einfluss potenzieller Heterochronien, also zeitlicher Verschiebungen in Entwicklungsprozessen, auf die Entstehung der Vögel zu bewerten.

Das Ziel dieses Projekts ist es daher, ontogenetische Veränderungen bei heutigen Vögeln systematisch zu erfassen und diese im Kontext ihrer stammesgeschichtlichen Verwandtschaft, ihrer Ökologie und ihrer unterschiedlichen Entwicklungsmodi zu analysieren. Die gewonnenen Ergebnisse sollen anschließend auf fossile Urvögel und Raubdinosaurier übertragen werden. Durch den Vergleich ontogenetischer und phylogenetischer Veränderungen innerhalb der Stammgruppe wird untersucht, inwiefern der Ursprung der Vögel durch heterochrone Entwicklungsverschiebungen geprägt wurde.

 

Projektpartner

  • Sylke Frahnert (Museum für Naturkunde)
  • Daniel Field (University of Cambridge)
  • Olivia Plateau (Naturhistorisches Museum Bern)

Unser Kontext im Museum

Forscherin analysiert ein Fossil; auf dem Bildschirm ist eine farbig markierte 3D-Rekonstruktion eines Schädels zu sehen.
Forschungsbereich

Dynamik der Natur

Wir untersuchen die Prozesse, die die natürliche Welt formen, von der Evolution und Vielfalt der Arten bis hin zur Entstehung des Sonnensystems.