Citizen Science ermöglicht Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen, Erfahrungen und Kenntnissen, gemeinsam Forschung zu betreiben. Das bringt neue Perspektiven und Möglichkeiten für die Wissenschaft. Doch stellen sich auch Herausforderungen. Wie gelingt eine vertrauensvolle Zusammenarbeit trotz aller Unterschiede? Wie wird diese Art zu forschen in der Wissenschaft und in der Öffentlichkeit wahrgenommen? Diesen und weiteren Fragen widmet sich das Verbundprojekt „Trust in Citizen Science„ (TiCS), eine Kooperation zwischen dem Museum für Naturkunde Berlin (MfN), der TU Braunschweig und der LMU München. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt.

Immer mehr wissenschaftliche Forschungsprojekte entstehen in Zusammenarbeit von Fachleuten und interessierten Bürger*innen. Das Spektrum der Themen, zu denen unter gesellschaftlicher Teilhabe geforscht wird, reicht von der Vogelbeobachtung über die Gesundheits- und Stadtraumforschung bis hin zur Geschichtswissenschaft. Das Museum für Naturkunde Berlin hat sich die Förderung und Weiterentwicklung von Citizen Science zur Aufgabe gemacht. Dies geschieht im Rahmen einer Vielzahl von Praxis- und Forschungsprojekten, die sich mit Partizipation und Ko-Kreation befassen.

Vertrauen spielt in Citizen Science auf verschiedenen Ebenen eine Rolle. Eine verbreitete Erwartung ist, dass durch die Ermöglichung von gesellschaftlicher Teilhabe öffentliches Vertrauen in die Wissenschaft gestärkt wird. Innerhalb der einzelnen Citizen Science-Vorhaben prägen Vertrauensbeziehungen und -praktiken die Kooperation zwischen den beteiligten Akteuren aus Wissenschaft und gesellschaftlichem Umfeld. Zudem stellt die Anerkennung von Citizen Science als Forschungsansatz einen fortwährenden diskursiven und programmatischen Bezugspunkt dar. Die Projektpartner von TiCS untersuchen damit verbundene Fragen auf den unterschiedlichen Ebenen und engagieren sich in einem Dialog zwischen Forschung und Praxis.