Präparierte Käfer mit strukturierter schwarzer Oberfläche, auf Nadeln fixiert und mit Beschriftungsetiketten versehen, in einem Sammlungskasten

Coleoptera und Strepsiptera

Die Teilsammlung umfasst rund sechs Millionen Objekte. Sie zählt zu den größten Käfersammlungen weltweit und bildet eine zentrale Grundlage für taxonomische und biogeografische Forschung.

Überblick

Die Teilsammlung der Coleoptera (Käfer) und Strepsiptera (Fächerflügler) gehört zu den umfangreichsten entomologischen Beständen weltweit. Sie umfasst rund sechs Millionen Exemplare aus etwa 130.000 Arten, darunter etwa 40.000 Arten, die durch Typenmaterial vertreten sind. 

Die Bestände bestehen überwiegend aus genadelten Trockenpräparaten. Ergänzend umfasst die Nasssammlung unter anderem etwa 50.000 Larven und Puppen in rund 1.500 Alkoholgläsern. 

Die Teilsammlung der Strepsiptera (Fächerflügler) ist integriert, da diese Gruppe historisch den Käfern zugeordnet wurde. 

Besondere Schwerpunkte der Teilsammlung sind: 

  • umfangreiches Typenmaterial, insbesondere aus der Zeit vor 1860 
  • historische Bestände aus kolonialen Kontexten sowie neuere Aufsammlungen, insbesondere aus dem südlichen Afrika 
  • umfangreiches Material aus der ehemaligen Sowjetunion und dem Iran 

Kontakt

Joachim Willers
Sammlungsmanagement
E-Mail: Joachim.Willers@mfn.berlin
Telefon: 030 889140-8527

Zugang

Das Museum ist in Bewegung: Wegen Umzugsvorbereitungen im Rahmen unserer Museums-Evolution ist die Teilsammlung zurzeit nicht zugänglich. 

Anfragen zu Leihgaben, Besuchen oder Reproduktionen können aktuell nicht bearbeitet werden. Bereits entliehene Objekte können weiterhin zurückgegeben werden. Wenden Sie sich hierzu bitte an collection.coleoptera@mfn.berlin

Geschichte

Die Ursprünge der Teilsammlung reichen bis in das 18. Jahrhundert zurück. Die ältesten Präparate stammen aus der Zeit um 1770. Einen wesentlichen Grundstock bildeten die Sammlungen von Johann Christian Ludwig Hellwig (1743–1831) und Johann Centurius von Hoffmannsegg (1766–1849), die 1817 in den Bestand übergingen. 

Die historische Sammlungsbestände enthalten umfangreiches Typenmaterial bedeutender Entomologen darunter Johann Karl Wilhelm Illiger (1775–1813), Johann Christoph Friedrich Klug (1775–1856), Wilhelm Ferdinand Erichson (1809–1848), Ernst Friedrich Germar (1786–1853), Carl Eduard Adolph Gerstäcker (1828–1895), Johann Ludwig Christian Gravenhorst (1777–1857), Edgar von Harold (1830–1886), Johann Friedrich Wilhelm Herbst (1743–1807), Georg Wolfgang Franz Panzer (1755–1829), Jacob Sturm (1771–1848) und Hermann Rudolf Schaum (1819–1865). 

Weitere Bestände stammen aus Sammlungen internationaler Koleopterologen, darunter Jean Théodore Lacordaire Aubé (1800–1869), Carl Henrik Boheman (1796–1868), Pierre François Marie Auguste Dejean (1780–1845) und Johan Christian Fabricius (1745–1808). 

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Teilsammlung ausgelagert und entging so der Zerstörung. Bei der Bombardierung des Museums im Jahr 1945 wurde der damalige Käfersaal zerstört. 

Forschung

Die Teilsammlung dient als Infrastruktur für taxonomische, zoogeografische und phylogenetische Forschung. Die Objekte ermöglichen die Beschreibung neuer Arten, Revisionen bestehender Taxa sowie Analysen zur globalen Biodiversität. 

Ein Schwerpunkt liegt auf der Forschung an Kurzflügelkäfern (Staphylinidae). Untersuchungen befassen sich unter anderem mit Diversität und Biogeografie artenreicher Gattungen sowie mit phylogenetischen Fragestellungen. 

Historische und aktuelle Bestände erlauben zudem langfristige Vergleiche von Verbreitungsmustern, insbesondere im afrikanischen Raum. 

Teile der Teilsammlung sind digital erschlossen. Seit den 1990er Jahren werden Daten zu Arten, Typenmaterial und Standorten systematisch erfasst. Ergänzend existieren fotografische Dokumentationen sowie digitalisierte Insektenkästen.