
Lepidoptera und Trichoptera
Mit rund viereinhalb Millionen Schmetterlingen und umfangreichen Beständen an Köcherfliegen zählt diese Teilsammlung zu den bedeutendsten Referenzen ihrer Art für Biodiversitätsforschung und Taxonomie.
Überblick
Die Teilsammlung der Lepidoptera und Trichoptera (Schmetterlinge und Köcherfliegen) vereint mehrere Einzelsammlungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Dazu gehören regional ausgerichtete Bestände ebenso wie taxonomische und ökologische Spezialsammlungen. Ergänzt werden diese durch eine systematisch aufgebaute und kontinuierlich erweiterte Hauptsammlung.
Die Lepidoptera-Sammlung umfasst rund viereinhalb Millionen Exemplare in etwa 17.500 Kästen und 450 historischen Holzschränken. Sie enthält etwa 75.000 Arten sowie rund 10.000 Typusexemplare. Damit ist sie die typenreichste Sammlung dieser Gruppe in Deutschland. Die Bestände stammen überwiegend aus der Paläarktis sowie aus Ländern Afrikas und Südostasiens. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Microlepidoptera (Kleinschmetterlinge).
Die Trichoptera-Sammlung umfasst etwa 10.000 genadelte Exemplare sowie rund 40.000 Individuen in Alkohol. Sie bewahrt die Typen von etwa 1000 Arten. Auch hier liegen die geografischen Schwerpunkte in der Paläarktis, in Afrika und in Südostasien.
Zugang
Die Teilsammlung steht Forschenden und weiteren Nutzer:innen physisch nach vorheriger Anfrage zur Verfügung. Ansprechpartner ist der Sammlungsmanager.
Arbeitsmöglichkeiten bestehen direkt an den Objekten sowie an der zugehörigen Fachliteratur. Die Teilsammlung wird durch eine Fachbibliothek ergänzt, die Teil der Bibliothek des Museums ist und kontinuierlich erweitert wird.
Der Aufbau einer digitalen Infrastruktur ist derzeit in Arbeit.
Geschichte
Die ältesten Bestände gehen auf das späte 18. Jahrhundert zurück und wurden unter anderem von Johann Centurius von Hoffmannsegg (1766–1849) und Heinrich Julius Laspeyres (1769–1800) zusammengetragen. Hoffmannsegg war 1809 an der Gründung des Zoologischen Museums beteiligt, später Teil des Museums für Naturkunde.
Die Teilsammlung wuchs durch zahlreiche wissenschaftlich bedeutende Einzelbestände, darunter Sammlungen von Otto Staudinger (1830–1900), Carl Hinneberg (1849-1902), Rudolf Püngeler (1857–1927), Arnold Schultze (1875–1954), Hans Stichel (1862–1936), Alfred Mell (1870–1948), Otto Bang Haas (1882-1948) und Erich Martin Hering (1893–1967). Hinzu kommen weitere Lokalsammlungen sowie geschlossene Expeditionsausbeuten, etwa aus der Sepik-Expedition (1911–1913) oder der Expedition Schäfer (1938–1939).
Forschung
Die Teilsammlung dient als zentrale Grundlage für taxonomische, faunistische und ökologische Forschung. Sie wird von Forschenden ebenso genutzt wie von spezialisierten Sammler:innen und unterstützt die Bestimmung und wissenschaftliche Einordnung von Arten.
Eigene Forschungsreisen und Feldarbeiten, insbesondere in Ländern Südostasiens, Afrikas und Südamerikas, erweitern die Bestände kontinuierlich. Internationale Kooperationen tragen zur wissenschaftlichen Bearbeitung bei.