Meteoriten

Die Teilsammlung umfasst rund 18.000 Exemplare aus aller Welt. Sie zählt zu den historisch bedeutendsten Sammlungen ihr Art Europas und bildet eine zentrale Forschungsressource zur Entstehung des Sonnensystems und zur Impaktforschung.

Überblick

Die Teilsammlung Meteoriten umfasst rund 18.000 Exemplare von etwa 5.400 verschiedenen Meteoriten. Sie zählt zu den ältesten und international bedeutendsten Meteoritensammlungen Europas.

Vertreten sind Stein-, Stein-Eisen- und Eisenmeteoriten aus allen Teilen der Welt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Meteoritenfällen und -funden aus Europa sowie auf Hauptmassen von in Deutschland niedergegangenen Himmelskörpern. Zur Teilsammlung gehören vollständige Individuen, Fragmente sowie rund 1.300 Dünnschliffpräparate.

Als materielle Zeugnisse der Entstehung des Sonnensystems sind Meteoriten zudem ein zentraler Bestandteil der Dauerausstellung des Museums.

Zugang

Die Teilsammlung ist vollständig digital erfasst und ist für wissenschaftliches Arbeiten zugänglich.

Die Benennung und Registrierung der Meteoriten erfolgt durch die Meteoritical Society. Die entsprechenden Datensätze sind über die Meteoritical Bulletin Database online recherchierbar. Zusätzlich pflegen wir die Bestände in einer lokalen Sammlungsdatenbank.

Eine Fachbibliothek mit Lehrbüchern, Katalogen und historischen Schriften ergänzt die Teilsammlung und steht für fachliche Anfragen zur Verfügung.

Kontakt

Dr. Ansgar Greshake
Wissenschaftliche Sammlungsleitung
E-Mail: ansgar.greshake@mfn.berlin
Telefon: 030 889140-8858

Geschichte

Die Anfänge der Teilsammlung reichen bis ins späte 18. Jahrhundert zurück. Ausgangspunkt war die Mineraliensammlung von Carl Abraham Gerhard (1738–1821), die bereits frühe Meteoritenteile enthielt, darunter Material des von Peter Simon Pallas (1741–1811) beschriebenen Stein-Eisen-Meteoriten von Krasnojarsk.

Im frühen 19. Jahrhundert gelangten weitere bedeutende Stücke in die Sammlung, unter anderem durch Schenkungen des russischen Zaren Alexander I. sowie durch den Ankauf und die Übernahme bedeutender Privatsammlungen. Dazu zählt die Sammlung von Ernst Florens Friedrich Chladni (1756–1827), der dem Berliner Museum seine weltweit größte damalige Privatsammlung vermachte.

Im weiteren Verlauf des 19. und 20. Jahrhunderts wuchs die Teilsammlung durch gezielte Ankäufe, Expeditionen und Funde kontinuierlich an. Eine erste wissenschaftliche Klassifikation der Meteoriten wurde 1864 von Gustav Rose (1798–1873) auf Grundlage der Berliner Bestände entwickelt und prägt die Systematik bis heute.

Forschung

Die Teilsammlung Meteoriten bildet eine zentrale Forschungsinfrastruktur für die Planetologie, Kosmochemie und Impaktforschung. Sie ermöglicht Untersuchungen zur Entstehung und Entwicklung des Sonnensystems sowie zum Transport organischer Verbindungen im All.

Ein aktuelles Beispiel ist der Aubrit von Ribbeck (Brandenburg), der im Januar 2024 fiel. Er gehört zu den seltensten bekannten Meteoritenklassen und wurde bereits vor seinem Einschlag astronomisch erfasst. Die Untersuchung dieses Meteoriten erfolgt in enger internationaler Kooperation, unter anderem mit Forschungseinrichtungen in Europa und den USA.

Darüber hinaus fließen die Bestände der Teilsammlung in Forschungen zur Impaktgefahr erdnaher Objekte ein. Wissenschaftler:innen des Museums sind an internationalen Projekten zur Analyse und Simulation von Asteroidenaufprallen beteiligt und wirken an Missionen zur planetaren Verteidigung mit.