Person mit blauen Handschuhen hält Präparat eines Pfeilschwanzkrebses in einer Sammlungsschublade

Crustacea

Diese Teilsammlung vereint über eine Million Individuen und dokumentiert die Vielfalt der Krebstiere – von historischen Expeditionen bis zu heute teils gefährdeten und ausgestorbenen Arten.

Überblick

Die Teilsammlung Crustacea (Krebstiere) umfasst mehr als 36.500 Proben mit schätzungsweise rund einer Million Individuen, von denen die meisten in Alkohol konserviert sind (Nass-Sammlung). Sie umfasst zudem über 1.500 Typusexemplare sowie etwa 1.500 Trockenpräparate und 5.000 Mikropräparate mit Krebstierpräparaten und Protozoen.

Ein Teil des Bestands enthält Arten, die auf der Roten Liste der IUCN oder der Roten Liste Deutschlands als gefährdet oder stark gefährdet geführt werden, insbesondere Süßwasserarten. Die Asselart Proasellus nolli etwa gilt als ausgestorben oder verschollen

Kontakt

Dr. Kristina von Rintelen
Wissenschaftliche Sammlungsleitung
E-Mail: Kristina.Rintelen@mfn.berlin
Telefon: 030 889140-8864

Kristine Kämpf
Collection Management
E-Mail: Kristine.Kaempf@mfn.berlin

Antje Schwiering
Collection Management
E-Mail: Antje.Schwiering@mfn.berlin

Zugang

Die Teilsammlung steht Forschenden nach vorheriger Anfrage zur Verfügung. Ansprechpersonen sind die zuständigen Sammlungsverantwortlichen.

Eine spezialisierte Fachbibliothek mit mehr als 19.000 Büchern und Sonderdrucken ergänzt die Arbeit an den Objekten. 

Geschichte

Der Grundstock der Teilsammlung geht auf das 18. Jahrhundert zurück und umfasst die Krebssammlung des Naturforschers und Predigers Johann Friedrich Wilhelm Herbst (1743–1807).

Im Laufe des 19. und frühen 20. Jahrhunderts wurde die Sammlung durch bedeutende Krebskundler erweitert. Dazu zählen unter anderem Franz Martin Hilgendorf (1839–1904) mit Aufsammlungen aus Japan sowie Eduard von Martens (1831–1904), der bis 1904 als Kurator am Zoologischen Museum Berlin tätig war, das später im Museum für Naturkunde aufging. 

Besondere Bedeutung haben die umfangreichen Materialien aus bedeutenden meeresbiologischen Expeditionen, darunter die Expedition der Gazelle (1874–1876), die Plankton-Expedition (1889), die Deutsche Tiefsee-Expedition mit der Valdivia (1898–1899) und die Deutsche Südpolar-Expedition mit der Gauß (1901–1903). Diese Bestände liefern bis heute wichtige Daten zur Erforschung mariner Ökosysteme.

Forschung

Die Teilsammlung liefert wertvolle Informationen über die Artenvielfalt (Biodiversität) von Krebstieren (Crustacea). Sie dient als Grundlage für wissenschaftliche Forschung zur Evolution, Systematik und Verbreitung, beinhaltet eine Reihe vom Aussterben bedrohter Arten und ermöglicht es, Veränderungen über lange Zeiträume zu erkennen. Solche Sammlungen sind wichtige Archive der Natur und tragen dazu bei, unser Verständnis der biologischen Vielfalt und des Klimawandels zu vertiefen.

Internationale Zusammenarbeit ist ein essenzieller Teil dieser Sammlung. Durch Digitalisierung und meist internationale Sammlungsgäste findet ein wertvoller Austausch von Informationen, Sammlungs- und Forschungsdaten über Ländergrenzen hinweg statt, was nicht nur den wissenschaftlichen Austausch, sondern auch interkulturelle Kompetenz fördert.