
Embryologie
Die embryologische Teilsammlung umfasst Entwicklungsstadien von rund 600 Wirbeltierarten. Mit mehr als 3.000 Alkoholpräparaten und etwa 80.000 histologischen Schnitten zählt sie zu den weltweit bedeutendsten Sammlungen der vergleichenden Embryologie.
Überblick
Die embryologische Teilsammlung dokumentiert die Entwicklung von Wirbeltieren über verschiedene Stadien hinweg. Sie umfasst Material von rund 600 Arten, darunter mehr als 3.000 Alkoholpräparate sowie etwa 80.000 histologische Präparate von Embryonen und Reproduktionsorganen.
Ergänzt wird der Bestand durch umfangreiches Archivmaterial, darunter wissenschaftliche Aufzeichnungen, Kataloge und Zeichnungen. Die Teilsammlung ermöglicht vergleichende Analysen von Entwicklungsprozessen über unterschiedliche Tiergruppen hinweg und bildet eine zentrale Grundlage für die evolutionsbiologische und morphologische Forschung.
Zugang
Der Zugang zur Teilsammlung erfolgt für wissenschaftliche Zwecke auf Anfrage über die zuständige wissenschaftliche Sammlungsleitung.
Arbeitsmöglichkeiten stehen vor Ort zur Verfügung. Eine sammlungsbezogene Handbibliothek ergänzt die Nutzung, insbesondere mit historischen Normentafeln und Fachliteratur.
Geschichte
Die Teilsammlung wurde Ende des 19. Jahrhunderts von Ambrosius Hubrecht (1853–1915) aufgebaut, zunächst mit einem Schwerpunkt auf Placentalia (Plazentatiere). Durch die Integration weiterer Sammlungen entwickelte sie sich zu ihrem heutigen Umfang.
Zu den wichtigsten Erweiterungen zählt die Sammlung von James Peter Hill (1873–1954) mit Fokus auf australische Säugetiere. Weitere bedeutende Beiträge stammen unter anderem von Carl August Dohrn (1806–1892) (Fische), Emil Selenka (1842–1902) (Primaten), Louis Bolk (1866–1930) (Wirbeltiere) und Willy Kükenthal (1861–1922) (Wale).
Die Teilsammlung umfasst zudem Material aus experimentellen Arbeiten der Entwicklungsbiologie, etwa von Hilde Mangold (1898–1924), Hans Spemann (1869–1941) und Hans Grüneberg (1907–1982).
Forschung
Die Teilsammlung dient der vergleichenden Embryologie sowie der morphologischen und evolutionsbiologischen Forschung. Sie ermöglicht Analysen von Entwicklungsprozessen, Organbildung und Reproduktionsstrategien über verschiedene Wirbeltiergruppen hinweg.
Historische Präparate und zugehörige Dokumente erlauben es, frühere Forschungsansätze nachzuvollziehen und mit aktuellen Fragestellungen zu verknüpfen.