Mehrere in Alkohol konservierte Amphibien und Reptilien in Glasgefäßen unterschiedlicher Größe, angeordnet vor neutralem Hintergrund

Herpetologie

Die herpetologische Teilsammlung umfasst rund 160.000 Amphibien und Reptilien. Sie verbindet historische Bestände mit aktuellen Forschungsdaten und bildet eine zentrale Grundlage für taxonomische und evolutionsbiologische Studien.

Überblick

Die herpetologische Teilsammlung umfasst etwa 160.000 Objekte, darunter Amphibien und Reptilien aus verschiedenen Regionen der Welt. Der Bestand beinhaltet rund 155.000 in Alkohol konservierte Tiere sowie etwa 1.400 Skelett-, Knochen- und Trockenpräparate. 

Ergänzt wird die Teilsammlung durch Gewebeproben für genetische Analysen, Rufaufnahmen von Fröschen sowie etwa 5.000 Fotografien, vorwiegend von Typusexemplaren. Zudem stehen Micro-CT-Daten von über 1.000 Arten zur Verfügung. 

Während die historischen Bestände global ausgerichtet sind, liegt ein aktueller Schwerpunkt auf Amphibien Afrikas. Neuere Zugänge enthalten in der Regel georeferenzierte Fundortdaten, genetisches Material sowie Dokumentationen lebender Tiere und ihrer Rufe. 

Zugang

Der Zugang zur Teilsammlung erfolgt für wissenschaftliche Zwecke auf Anfrage über die zuständigen Ansprechpersonen. Arbeitsmöglichkeiten stehen vor Ort zur Verfügung. 

Teile der Teilsammlung sind digital erschlossen. Einzelne taxonomische Gruppen sind vollständig erfasst und können auf Anfrage eingesehen werden. 

Zur Teilsammlung gehört eine umfangreiche herpetologische Fachbibliothek mit Monografien, Periodika und Sonderdrucken. 

Geschichte

Die ältesten Bestände der Teilsammlung stammen aus dem 18. Jahrhundert, unter anderem von Friedrich Heinrich von Borcke (1704–1747), Marcus Elieser Bloch (1723–1799) und Peter Simon Pallas (1741–1811). 

Im 19. Jahrhundert erweiterten Forschungsreisen die Teilsammlung erheblich. Bedeutende Beiträge lieferten unter anderem Friedrich Wilhelm Hemprich (1796–1825) und Christian Gottfried Ehrenberg (1795–1876) aus Nordostafrika und dem Sinai, Friedrich Sellow (1789–1831) sowie Ignaz von Olfers (1793–1871) aus Südamerika und Wilhelm Peters (1815–1883) aus Mosambik. 

Die Bestände umfassen auch Material aus kolonialen Kontexten, das heute wissenschaftlich und historisch kritisch eingeordnet wird. 

Forschung

Die Teilsammlung dient der taxonomischen und phylogenetischen Forschung an Amphibien und Reptilien. Sie ermöglicht die Beschreibung neuer Arten sowie Analysen von Verwandtschaftsverhältnissen und biogeografischen Mustern. 

Darüber hinaus unterstützt sie Untersuchungen zur Evolution morphologischer und anatomischer Merkmale sowie zunehmend auch ökologische Fragestellungen, etwa zur Anpassung von Arten an veränderte Lebensräume.