Teilsammlung

Mammalia

Diese Teilsammlung vereint rund 150.000 Objekte und dokumentiert die Vielfalt rezenter Säugetiere weltweit – von umfangreichen Serien häufiger Arten bis zu seltenen und ausgestorbenen Formen.

Überblick

Die Teilsammlung Mammalia (Säugetiere) umfasst etwa 150.000 Objekte und mehr als 2.000 Typusexemplare. Sie zählt zu den weltweit größten Sammlungen rezenter Säugetiere und repräsentiert alle 29 Säugetier-Ordnungen.

Die Bestände reichen von umfangreichen Serien heimischer Kleinsäuger bis zu Einzelstücken seltener Primatenarten und ausgestorbenen Arten wie dem Beutelwolf. Ein geografischer Schwerpunkt liegt in den ehemaligen deutschen Kolonialgebieten auf dem afrikanischen Kontinent.

Rund 20.000 Exemplare sind in Alkohol konserviert. Weitere Objekte werden als Felle, Schädel oder Skelette getrennt aufbewahrt, wobei die Schädelsammlung den größten Teil bildet. Ergänzt wird die Teilsammlung durch Bestände des Biorepositoriums (DNA- und Gewebesammlung). 

 

Zugang

Die Teilsammlung steht Forschenden nach vorheriger Anfrage beim Sammlungsmanagement zur Verfügung.

Aufgrund von Umzugsvorbereitungen für den geplanten Zweitstandort in Berlin-Adlershof kann es derzeit zu Einschränkungen beim Zugang zur Sammlung und beim Sammlungsservice kommen. Die Teilsammlung Mammalia ist daher vom 21. September bis 30. Oktober 2026 nicht zugänglich. Bis zum Jahresende ist der Sammlungsservice nur eingeschränkt verfügbar.

Eine spezialisierte Fachbibliothek mit säugetierkundlicher Literatur, Monographien und Sonderdrucken ergänzt die Arbeit an den Objekten.

Ein Schwerpunkt der aktuellen Arbeit liegt in der systematischen Erfassung und Aufbereitung der Bestände. Ein großer Teil der Objekte ist bereits in einer Datenbank registriert, weitere werden fortlaufend digital erschlossen. Perspektivisch sollen diese Daten auch online zugänglich werden.

Im Zuge der Museums-Evolution sind zentrale Bestände der Teilsammlung bereits im Rahmen öffentlicher Führungen zugänglich. Die neuen Säle Säugetierschädel sowie Hirsche und Hornträger ergänzen Medien, deren Inhalte partizipativ mit Co-Kurator*innen aus afrikanischen Ländern entwickelt wurden.

 

Kontakt

Geschichte

Die Anfänge der Teilsammlung reichen bis ins frühe 18. Jahrhundert zurück und umfassen Objekte aus dem Naturalienkabinett der Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften sowie der Königlichen Kunstkammer.

Ein großer Teil der Bestände entstand im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert durch umfangreiche Expeditionen und systematische Sammelprogramme. In dieser Zeit wuchs das Interesse an geografischer Variation und Biogeografie, wodurch große Serien von Individuen zusammengetragen wurden. Bis in die 1920er Jahre stand die Beschreibung neuer Arten im Vordergrund, was zu einer hohen Zahl von Typusexemplaren führte.

Wichtige Beiträge stammen unter anderem von Alfred Nehring (1845–1904) und Paul Matschie (1861–1926). Bedeutende Expeditionen führten unter anderem Wilhelm Peters (1815–1883) nach Mosambik, Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenburg (1873–1969) nach Zentralafrika sowie Ernst Schäfer (1910–1992) nach Tibet.

 

Forschung

Die Teilsammlung dient als Grundlage für taxonomische, evolutionsbiologische und biogeographische Forschung. Besonders die Typusexemplare und umfangreichen Serien ermöglichen Vergleiche innerhalb und zwischen Arten sowie die Untersuchung geografischer Variation.

Die Teilsammlung wird auch für genetische Analysen genutzt, da sie durch eine DNA- und Gewebesammlung ergänzt wird. Digitale Sammlungsdaten unterstützen die wissenschaftliche Arbeit und werden kontinuierlich erweitert.