Regalreihen mit zahlreichen Glasgefäßen voller alkoholkonservierter Fischpräparate erstrecken sich durch die Nass-Sammung. In den dicht gefüllten Regalen sind unterschiedliche Organismen systematisch gelagert.

Pisces

Diese Teilsammlung vereint historische Belege aus über zwei Jahrhunderten mit aktuellen Forschungsdaten und zählt zu einer wichtigen Referenzen für Taxonomie und Biogeographie von Fischen.

Überblick

Die Teilsammlung Pisces (Fische) umfasst etwa 133.490 Objekte und repräsentiert rund die Hälfte der mehr als 30.000 beschriebenen Fischarten.

Die Bestände bestehen aus etwa 130.640 alkoholkonservierten Exemplaren sowie 1.100 Skeletten und rund 1.750 Trockenpräparaten und Fischhäuten.

Die Teilsammlung ist von mittlerer Größe, zeichnet sich jedoch durch ihren hohen Anteil historischer Belege aus weltweiten Aufsammlungen aus. In Deutschland ist sie in dieser Form einzigartig und besitzt international große Bedeutung für taxonomische und biogeographische Forschung. 

Zugang

Die Teilsammlung steht Forschenden nach vorheriger Anfrage beim Collection Management zur Verfügung. 

Neben den Beständen der Bibliothek des Museums steht eine spezialisierte ichthyologische Fachbibliothek zur Verfügung. Sie umfasst rund 1.500 Monografien sowie umfangreiche Sonderdrucksammlungen seit dem 19. Jahrhundert.

Digitale Nachweise von Typusexemplaren sind über internationale Datenbanken wie GBIF und Eschmeyer’s Catalog of Fishes zugänglich. Ergänzend stehen digitale Bild- und Röntgendaten im Museum zur Verfügung. 

Geschichte

Die ältesten Bestände stammen aus dem späten 18. Jahrhundert und umfassen die Sammlungen von Marcus Elieser Bloch sowie einzelne Präparate von Peter Simon Pallas.

Weitere bedeutende Zugänge entstanden durch wissenschaftliche Expeditionen und Sammlungen des 19. Jahrhunderts. Dazu zählen Materialien der Nordafrika-Expedition von Friedrich Wilhelm Hemprich und Christian Gottfried Ehrenberg, die anatomischen Sammlungen von Johannes Müller sowie umfangreiche Bestände der Deutschen Tiefsee-Expedition mit der Valdivia (1898–1899).

Neuere Aufsammlungen wurden unter anderem durch das Institut für Hochseefischerei der ehemaligen DDR eingebracht.

Forschung

Die Teilsammlung bildet eine zentrale Grundlage für taxonomische, phylogenetische und biogeographische Forschung. Besonders bedeutend sind rund 2.500 Typusexemplare, die etwa 1.700 Erstbeschreibungen zugrunde liegen, sowie Belege seltener und ausgestorbener Arten.

Forschende nutzen die Sammlung für vergleichende anatomische Studien, evolutionsbiologische Fragestellungen sowie Untersuchungen zu Ökologie und Fischereibiologie. Aktuelle Projekte befassen sich unter anderem mit der wissenschaftshistorischen Aufarbeitung früher Expeditionen und der systematischen Erfassung historischer Bestände.