Baumaschine in einem Innenhof des Museum für Naturkunde Berlin während Bauarbeiten.

Teilprojekt im Zukunftsplan

Bau
Die bauliche Grundlage für das Naturkundemuseum des 21. Jahrhunderts

Ausgangslage

Das Gebäude des Museums für Naturkunde Berlin steht unter Denkmalschutz und blickt auf eine lange Geschichte zurück. Gleichzeitig stellt es das Museum vor große bauliche Herausforderungen. Kriegsschäden, Jahrzehnte begrenzter Investitionen und veraltete technische Infrastruktur prägen viele Bereiche bis heute.

Mit der Museums-Evolution entwickeln wir das Museum baulich weiter. Wir sanieren, modernisieren und erweitern den Standort in der Invalidenstraße – während Forschung, Sammlungsarbeit und Ausstellungsbetrieb weiterlaufen.  

Während in Berlin-Mitte bereits gebaut wird, ist der Spatenstich für das Sammlungs- und Forschungszentrum in Adlershof für 2026 vorgesehen. Der neue Zweitstandort ist wesentlicher Bestandteil der baulichen Museums-Evolution.

Viele Maßnahmen im historischen Gebäude betreffen zunächst Bereiche hinter den Kulissen. Sie verbessern Arbeitsbedingungen in Forschung und Sammlung und schaffen stabile konservatorische Voraussetzungen für die wissenschaftlichen Bestände – künftig an zwei Standorten in Berlin.

Gleichzeitig entstehen neue Räume und Angebote für Besuchende. Schritt für Schritt entwickelt sich so ein offenes, barrierefreies und nachhaltiges Forschungsmuseum des 21. Jahrhunderts. 

Warum eine umfassende Erneuerung notwendig ist

Der bauliche Erneuerungsbedarf des Museums ist groß. Teile des Gebäudes tragen noch immer sichtbare Spuren der Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs.

Einschusslöcher an Fassaden, nie fertiggestellte Gebäudeteile, provisorisch instand gehaltene Dächer und veraltete technische Anlagen zeigen, wie lange grundlegende Sanierungen ausblieben. In einigen Bereichen begrenzen Platzmangel, fehlender Brandschutz oder eingeschränkte Barrierefreiheit den Forschungs- und Museumsbetrieb.

Diese Situation lässt sich nicht mehr durch einzelne Reparaturen lösen. Sie erfordert eine langfristig angelegte bauliche Weiterentwicklung des gesamten Museumsstandorts.

Dank der gemeinsamen Förderung von Bund und Land Berlin im Rahmen des Zukunftsplans können wir diese Aufgabe nun umfassend angehen.

Leitprinzipien der baulichen Entwicklung

Alle Bauprojekte orientieren sich an vier verbindlichen Grundprinzipien:

 

 

Leitprinzipien der baulichen Entwicklung

denkmalgerecht

historische Architektur erhalten, behutsam weiterentwickelt

barrierefrei

Zugang für möglichst viele Menschen ermöglichen

energieeffizient

Energieverbrauch und CO₂-Ausstoß optimieren

nachhaltig

Ressourcen schonen und langfristig planen

Veränderungen am Standort Invalidenstraße

Am historischen Standort in Berlin-Mitte entstehen in den kommenden Jahren neue räumliche Strukturen für Forschung, Ausstellung und gesellschaftlichen Austausch.

Geplant sind unter anderem:

  • eine barrierefreie Wegeführung für Besuchende mit klaren Rundgängen durch das Museum
  • zusätzliche Ausstellungsflächen bis in das zweite Obergeschoss
  • neue Räume für Vermittlung, Dialog und Beteiligung
  • eine umfassende energetische Modernisierung von Gebäude und Technik
  • ein barrierefreier Zugang über das Hauptportal und den Vorplatz
  • neue räumliche Verbindungen zwischen Ausstellung und einsehbarer Forschungssammlung

Barrierefreiheit spielt für uns eine zentrale Rolle. Das Museum soll künftig für möglichst viele Menschen zugänglich sein. 

Nächste Meilensteine

Nächste Meilensteine

Neue Einblicke in die Forschungssammlung

Säugetierschädel sowie Hirsche und Hornträger

Trafohäuschen Standort Invalidenstraße

Vorbereitende Maßnahme zur gesamtheitlichen baulichen Entwicklung

Ende der Bauarbeiten im Westflügel

Abschluss des sogenannten Dritten Bauabschnitts

Zweiter Standort in Adlershof

Baubeginn des neuen Forschungs- und Sammlungszentrums

Adlershof – ein zweiter Standort für Sammlung und Forschung

Parallel zu den Bauarbeiten in der Invalidenstraße entsteht in Berlin-Adlershof ein neues Sammlungs- und Forschungszentrum. Der Spatenstich ist für 2026 geplant.

Der neue Standort schafft dringend benötigte Flächen für Sammlungen, Labore, Digitalisierung und internationale Kooperationen. Gleichzeitig entlastet er das historische Gebäude in Berlin-Mitte.

Damit die Bauarbeiten in Mitte möglich werden, müssen zunächst große Teile der Sammlung innerhalb des historischen Gebäudes umziehen. Einige Teilsammlungen wechseln später dauerhaft nach Adlershof.

Diese Umzüge nutzen wir gezielt für konservatorische Sicherung, wissenschaftliche Erfassung und Digitalisierung der Bestände. Bauprojekt und Sammlungserschließung greifen dabei unmittelbar ineinander. 

Drei Bauabschnitte auf dem Weg zur Museums-Evolution

Die bauliche Entwicklung des Museums begann bereits viele Jahre vor dem heutigen Gesamtprojekt. Drei Bauabschnitte haben entlang der Ost-West-Achse des historischen Gebäudes wichtige Voraussetzungen geschaffen.

Ostflügel

Erster Bauabschnitt (abgeschlossen)

Der erste Bauabschnitt umfasste den Wiederaufbau des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Ostflügels. Mit seiner Eröffnung im Jahr 2010 entstand ein hochmodernes Gebäude für eine wissenschaftliche Nass-Sammlung.

Große Teile dieser Sammlung konnten erstmals langfristig konservatorisch gesichert werden. Gleichzeitig wurden sie in den Ausstellungsrundgang integriert und damit für Besuchende sichtbar.

Mittelbau

Zweiter Bauabschnitt (abgeschlossen)

Der zweite Bauabschnitt verbesserte Logistik, Sicherheit und Arbeitsbedingungen in weiteren Gebäudeteilen. Neue konservatorische und technische Standards wurden in den denkmalgeschützten Bestand integriert.

Dieser Abschnitt bereitete auch die schrittweise Öffnung der Forschungssammlungen für die Öffentlichkeit vor. Gleichzeitig begann das Museum, nachhaltige Baustoffe und regenerative Energien einzusetzen.

Zwei der in diesem Bauabschnitt sanierten Säle werden ab August 2026 Teil des Museumsprogramms.

Westflügel

Dritter Bauabschnitt

Der derzeit laufende dritte Bauabschnitt führt diese Entwicklung fort. Er saniert den Westflügel des Hauptgebäudes, modernisiert Ausstellungs- und Sammlungssäle sowie technische Anlagen und schafft zusätzliche Räume für Forschung, Lehre und Vermittlung.

Der Abschluss ist für Ende 2026 geplant. Danach können weitere historische Säle Schritt für Schritt wieder genutzt werden – darunter perspektivisch auch der Historische Vogelsaal. Einige der dort ausgestellten Präparate sind derzeit Teil der Sonderausstellung ZUGvögel – Eine Sammlung in Bewegung

Weitere Informationen zu den laufenden Baumaßnahmen im Westflügel des Museum finden Sie in der hier folgenden Bildergalerie.

Begleiten Sie unsere Museums-Evolution

Die bisherigen Bauabschnitte, die Weiterentwicklung der Liegenschaft in der Invalidenstraße und der Neubau in Adlershof bilden gemeinsam die bauliche Grundlage für die Museums-Evolution.

So entsteht Schritt für Schritt ein Museum, das seine Sammlungen langfristig schützt, exzellente Forschung ermöglicht und Wissen über Natur für eine demokratische Gesellschaft zugänglich macht.

Wir laden Sie ein, uns auf unserem YouTube-Kanal auf dem weiteren Weg in die Zukunft zu begleiten!