Wälder in Bernstein
In fossilem Bernstein haben sich pflanzliche Einschlüsse erhalten, die vergangene Waldökosysteme überliefern.

Ich interessiere mich in meiner Forschung schwerpunktmäßig für die Evolution der Samenpflanzen. Hierfür nutze ich sowohl rezente als auch fossile Pflanzen um morphologisch-anatomische Veränderungen ihrer Baupläne vom Mesozoikum bis heute nachzuvollziehen.
Zudem beschäftige ich mich mit der Evolution terrestrischer Lebensräume und ihrer Biodiversität im Wandel der Zeit. Dabei geht es vor allem darum, anhand von Pflanzenfossilien die Habitate, ihre Struktur, die klimatischen Bedingungen und die Beziehungen zwischen den Organismen des Lebensraumes zu entschlüsseln. Dies ermöglicht es wiederum, die erdgeschichtliche Veränderung von Diversität und Lebensräumen nachzuvollziehen und die ursächlichen Prozesse zu identifizieren.
Des Weiteren geben fossile Floren Auskunft über die Veränderung der Verbreitungsmuster von Pflanzenlinien und deren biogeographischen und klimatischen Ursachen. Mein Schwerpunkt liegt auf Bernstein, fossilem Harz, der für die Paläontologie eine wertvolle Quelle dreidimensional erhaltener Organismen darstellt. Mein besonderes Interesse gilt pflanzlichen Einschlüssen aus Bernstein, die ich als Indikatoren für Habitattypen und –struktur sowie für das Paläoklima nutze um daraus die ‚Bernsteinwälder‘, aus dem der Bernstein stammt, zu rekonstruieren. Zur Untersuchung der Pflanzeninklusen nutze ich u.a. computertomographische Bildgebungsverfahren (µCT, Synchrotron) um innere Strukturen einer botanischen Inkluse sichtbar zu machen. Dies erlaubt eine präzisere Bestimmung der Pflanzeninkluse und gibt zudem Aufschluss über die evolutionäre Morphologie bestimmter Pflanzentaxa.
In fossilem Bernstein haben sich pflanzliche Einschlüsse erhalten, die vergangene Waldökosysteme überliefern.
