Blick durch Glaswände in eine Sammlung dicht arrangierter Geweihe und Hörner auf hohen Sammlungsregalen

Einblicke in die Forschungssammlung

Hirsche und Hornträger

Erleben Sie Hörner und Geweihe als Forschungsobjekte – und erfahren Sie, was sie über Evolution, Kultur und die Geschichte wissenschaftlicher Sammlungen erzählen.

Eine Forschungssammlung wird öffentlich

Mit der Museums-Evolution öffnet das Museum für Naturkunde Berlin weitere Teile seiner Forschungssammlung dauerhaft für Besuchende. Die Öffentliche Sammlung Hirsche & Hornträger gehört zu diesen neuen Sälen und kann im Rahmen einer Führung besichtigt werden, gemeinsam mit der Öffentlichen Sammlung Säugetierschädel.

Hier erleben Sie keine klassische Ausstellung, sondern eine wissenschaftliche Sammlung in ihrem ursprünglichen Zusammenhang. Die Objekte bleiben in ihrer wissenschaftlichen Ordnung erhalten und werden weiterhin für Forschung, aber auch für den Austausch mit der Gesellschaft genutzt. Gleichzeitig erhalten Sie Einblicke in einen Bereich des Museums, der bislang ausschließlich Forschenden vorbehalten war.

 

Mehr als Hörner und Geweihe

Die Sammlungsbestände im Saal umfassem tausende Hörner, Geweihe und Trophäen verschiedenster Tierarten. Sie dokumentieren die Vielfalt der Hirsche und Hornträger und liefern bis heute wichtige Erkenntnisse über Evolution, Artenvielfalt und Naturschutz.

Gleichzeitig erzählen sie von der Beziehung zwischen Mensch und Tier. Hörner und Geweihe dienten als Jagdtrophäen, Statussymbole oder Kultobjekte und besitzen in vielen Regionen der Welt bis heute eine besondere kulturelle Bedeutung. Der Saal lädt dazu ein, diese unterschiedlichen Perspektiven auf dieselben Objekte zu entdecken.

 

Forschung gemeinsam weiterdenken

Viele Objekte stammen aus ehemaligen deutschen Kolonien. Deshalb haben wir auch diese Forschungssammlung gemeinsam mit internationalen Co-Kurator:innen weiterentwickelt. Sie brachten ihre Perspektiven auf ausgewählte Objekte ein und ergänzten die naturwissenschaftlichen Informationen um kulturelle, historische und gesellschaftliche Zusammenhänge.

So entstehen neue Erzählungen über die Sammlung: Sie zeigen, wie Tiere wahrgenommen wurden, welche Bedeutung sie in unterschiedlichen Gesellschaften besitzen und auf welchen Wegen viele Objekte nach Berlin gelangten.

Die Öffentliche Sammlung Hirsche & Hornträger macht deutlich, dass naturkundliche Sammlungen weit mehr sind als wissenschaftliche Archive. Sie sind Orte, an denen Forschung, Geschichte und unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen – und an denen neues Wissen gemeinsam entsteht.

 

Was ist ein Hornträger?

Hornträger bilden eine Familie der Säugetiere (Bovidae). Zu ihnen gehören unter anderem Antilopen, Büffel, Bisons, Rinder, Schafe und Ziegen. Ihre Hörner bestehen aus einem knöchernen Kern mit einer Hülle aus Horn und wachsen meist ein Leben lang nach.

Hirsche gehören dagegen nicht zu den Hornträgern: Sie tragen Geweihe, die aus Knochen bestehen und in der Regel jedes Jahr abgeworfen und neu gebildet werden.