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System Erde

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Die Erde ist ein dynamischer Planet. Seit ihrer Entstehung verändert sie sich ständig. Durch gigantische Wärmewalzen in Erdinneren bewegen sich die Kontinente, es entstehen Erdbeben, Vulkane und Gebirge. Lebewesen an Land, im Wasser und in der Luft müssen sich an diese Veränderungen anpassen und beeinflussen auch ihrerseits den Lebensraum und das System Erde. Diese Wechselseitigkeit macht unseren Planeten im Sonnensystem einzigartig.

Die Erde steht auch in Beziehung mit dem Kosmos, der sie umgibt. Täglich fällt kosmisches Gesteinsmaterial auf die Erde – meistens nur in der Größe eines Staubkorns. Es können aber auch kilometergroße Meteorite einschlagen, die eine Gefahr für das Leben auf der Erde darstellen. Diese miteinander verzahnten Prozesse werden von Wissenschaftlern am Museum erforscht. Was steuert die Dynamik der Erde? Und wie sind die einzelnen Vorgänge miteinander verbunden? Diesen Fragen widmet sich die Ausstellung System Erde.

Multimedia-Globus

Ein drei Meter hoher Globus in der Mitte des Saals zeigt Animationen und Filmsequenzen zu den Themen Plattentektonik, Vulkanismus, Einschlag von Astroiden und Meteoriten, Gebirgsbildung und Atmosphäre. An weiteren Themen-Inseln werden diese Inhalte durch Exponate, Texte und Animationen vertieft. Zusätzlich vermittelt der Globus Einblicke in den schalenartigen Aufbau und die stoffliche Zusammensetzung der Erde.

Das Foto zeigt den drei Meter hohen Globus, an welchem ein Bildschirm angebracht ist, der Animationen und Filmsequenzen zu den Themen der Ausstellung zeigt.

Plattentektonik

Plattentektonische Bewegungen verändern die Verteilung von Land und Meer auf der Erde. Dabei können sich ursprünglich getrennte Landteile verbinden oder Kontinentalmassen in verschiedene Landmassen zerfallen. Durch die Verknüpfung ehemals getrennter Landteile ergeben sich für die Lebewesen neue Möglichkeiten der Ausbreitung. Ein eindrucksvolles Beispiel liefert die Landbrücke von Panama, die seit etwa drei Millionen Jahren den Faunenaustausch zwischen Nord- und Südamerika ermöglicht. Riesengürteltier, Riesenfaultier und Ameisenbär wanderten von Süden nach Norden und besiedelten dabei Nordamerika.

An dieser Themeninsel ist ein Präparat des Großen Ameisenbär sowie Lungenfische in mit Alkohol gefüllten Gläsern ausgestellt.

Vulkanismus

Vulkane sind die natürlichen Überdruckventile der Erde. Durch Spalten in der Erdkruste verschafft sich das aufsteigende Magma einen Weg aus dem Erdmantel zur Erdoberfläche und tritt als Lava oder Gas-Asche-Gemisch aus. Die etwa 600 derzeit aktiven Vulkane treten vor allem an den Rändern von Erdplatten auf, die sich gegeneinander verschieben. Daneben gibt es auch vulkanische Aktivität im Bereich der so genannten Hot Spots, die sich innerhalb der kontinentalen Platten befinden.

die Inselkette Hawaii ist das wohl bekannteste Beispiel für den Hot-Spot-Vulkanismus. Sehr verbreitet ist dort die dünnflüssige basaltische Lava. Diese bildet auf dem Weg zum Meer unterirdische Höhlensysteme, die nach dem Versiegen des Lavastroms einen Lebensraum für speziell angepasste Tiere, wie die Höhlenzikade, bilden. Die hohe Dynamik bei der Bildung von Höhlen führt zu einer schnellen Entstehung von vielen verschiedenen Arten – ein Musterbeispiel für Evolutionsforscher.

An dieser Themeninsel werden ein Schaubild zur Entstehung von Vulkanen als auch einzelne Lavabrocken gezeigt.

Pferde, Gras und Klima

Die Evolution der Pferde ist eng mit der Entwicklung der Vegetation und des Klimas der letzten 50 Millionen Jahre verknüpft. Die Vorfahren der heutigen Pferde waren kaum so groß wie ein Dackel. Sie lebten in dichten Regenwäldern, die sich aufgrund günstiger klimatischer Bedingungen bis nach Nordeuropa ausbreiteten. In Deutschland sind aus dieser Zeit vor allem die Urpferdchen Eurohippus und Propalaeohterium der Grube Messel bekannt.

Echte Gräser entwickelten sich in der späten Kreidezeit, konnten sich in dem warmen Klima aber kaum verbreiten. Erst mit der Abkühlung und einem Rückgang des Kohlendioxidgehaltes gingen die Wälder zurück und Grasländer breiteten sich aus. Gleichzeitig begannen die Pferde ihre Nahrung von Blättern auf Gräser umzustellen. So entwickelten sie sich zu großen Steppenpferden. Diese verhinderten die Verbuschung der Graslandschaften und sorgten für deren weitere Ausbreitung. Wissenschaftler gehen davon aus, dass dies wiederum das Klima beeinflusste. Die Graslandschaften speicherten organischen Kohlenstoff, wodurch weniger Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre gelangte und der Abkühlungstrend beschleunigt wurde

An dieser Themeninsel wird das sehr kleine Urpferdchen dem heutigen Pferd gegenübergestellt.