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Weltweit erste internationale Konferenz von Forschungsmuseen

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Weltweit erste internationale Konferenz von Forschungsmuseen

Wir sind Forschungsmuseen – aber was bedeutet das? Und warum steckt in einem hundert Jahre alten Vogelnest Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Klima und Natur? Welche gesellschaftliche Relevanz hat Forschung in Sammlungen und Museen?

Die Konferenz „Global Summit of Research Museums – das Gestaltungspotenzial der Forschung“ bringt hierzu vom 4. bis 6. November 2018 Vertreterinnen und Vertreter weltweit bedeutender, forschender Museen aus Kunst, Kultur, Geisteswissenschaften, Technik und Natur im Museum für Naturkunde  zusammen. Sie diskutieren über die heutige und zukünftige Ausrichtung ihrer Forschungs- und Ausstellungsarbeit, gesellschaftliche Veränderungsprozesse und die Verantwortung, die Forschungsmuseen für die Zukunft der Erde übernehmen können.

„Der Klimawandel und das Aussterben von Tieren und Pflanzen sind eng verbunden mit einer globalen Gerechtigkeit – und diese ist gleichzeitig auf schädliche Weise im Ungleichgewicht. Darum treffen sich Forschungsmuseen aus aller Welt in Berlin, um auf die Probleme zu reagieren und Verantwortung für die Welt von morgen zu übernehmen“, betont Johannes Vogel, Generaldirektor des Museums für Naturkunde und Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung Berlin.

Das Ziel des „Global Summit of Research Museums“ sei es, so der Initiator, Lösungen zu finden, wie etwa beim Thema Anthropozän: Der Mensch als wichtigster Einflussfaktor auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse der Erde.

Matthias Kleiner, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, über die Bedeutung von Forschung in Museen: „Forschungsmuseen nutzen die Chancen der Digitalisierung für Vermittlung und Sammlungserschließung und tragen so dazu bei, unser kulturelles Erbe für die Zukunft zu bewahren.“ Aber neben dem Erhalt gehe es auch um den Umgang mit dem kulturellen Erbe, etwa beim Thema Provenienzforschung.

Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, betont: „Durch die Vielstimmigkeit in der Forschung haben kulturhistorische Museen die Möglichkeit, auf die großen Fragen nicht nur der Vergangenheit, sondern auch der Gegenwart Antworten zu finden. Sie müssen sich aber der Gesellschaft öffnen und dialogbereit sein, wenn sie auch in Zukunft noch als wichtiger Player bei aktuellen gesellschaftlichen Fragen angesehen, als Partner wahrgenommen und in die Diskurse eingebunden werden wollen.“

„Forschungsmuseen sind von dem Verständnis geleitet, dass Zugang zu Wissen und Wissensressourcen die Basis für die Herausbildung einer kritischen Urteilskraft und damit fundamental für unsere heutige Gesellschaft ist. Ein grundlegendes Ziel der musealen Vermittlung muss es daher sein, nachhaltig die Reflektion des eigenen Handelns und des eigenen kulturellen Kontextes zu fördern und damit die Bedeutung von Forschung als Ressource für Gegenwart und Zukunft und die Bildung in Museen als Quelle für persönliche Entwicklung begreifbar zu machen“, sagt Alexandra Busch, Generaldirektorin des Römisch-Germanisches Zentralmuseum - Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie.

Angekündigt haben sich 131 Museumsvertreterinnen und -vertreter von 91 Einrichtungen aus insgesamt 23 Ländern. Organisiert wird der „Global Summit of Research Museums“ federführend vom Museum für Naturkunde Berlin für die Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft und in Zusammenarbeit mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Weitere Kooperationspartner sind die Smithsonian Institution Washington, das Natural History Museum London und das British Museum, London. Die Konferenz wird im Rahmen des Aktionsplans Leibniz-Forschungsmuseen finanziert, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie die Landesregierungen von Bayern, Berlin, Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.