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Der Leiter des Forschungsbereichs Evolution und Geoprozesse am Museum für Naturkunde Berlin, Lutz Hecht, wurde am 28. Oktober 2019 zum apl. Professor an der Freien Universität Berlin berufen. Damit wird seine herausragende wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der Petrologie und Impaktkraterbildung gewürdigt. 

Als Geowissenschaftler interessiert sich Lutz Hecht für die großen Prozesse, die im Sonnensystem ablaufen bzw. abliefen und die die Erde gestalten. Der Einschlag eines kosmischen Körpers auf einem Planeten ist solch ein fundamentaler Prozess. Ein Verständnis dieses Prozesses ist nur durch interdisziplinäre Forschung unter Einbeziehung natürlicher Krater, experimenteller Laborstudien und numerischer Simulationen zu erlangen. Hecht untersucht unter anderem schmelzführende Impaktbrekzien, auch Suevite genannt, die zu den wichtigsten Zeugen von Asteroideneinschlägen gehören. Sie belegen die starke Gesteinszerkleinerung sowie die verschiedenen Grade der schockmetamorphen Überprägung bis hin zur vollständigen Aufschmelzung des Gesteins und liefern wichtige Hinweise über den Prozess der Impaktkraterbildung und dessen Auswirkung auf die Umwelt. Lutz Hecht erforscht mit verschiedenen interdisziplinären Arbeitsgruppen seit Jahren die Petrologie und Geochemie von Impaktgesteinen, die stofflichen Wechselwirkungen zwischen den kosmischen Körpern und den beaufschlagten Gesteinen der Erdkruste sowie die Metallogenese von Minerallagerstätten in Kanada, Australien und Südafrika. In diesem Jahr rief Lutz Hecht zusammen mit der Freien Universität Berlin ein neues Citizen Science Projekt ins Leben, was sich mit der Untersuchung von Mikrometeoriten auf den Dächern Berlins beschäftigt.

Als Leiter des Forschungsbereichs „Evolution und Geoprozesse“, in dem ca. 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten, werden bio- und erdwissenschaftliche, sowie planetologische Fragestellungen interdisziplinär, sammlungsgestützt und zusammen mit Partnern in der ganzen Welt untersucht. State-of-the-art Laborkomplexe unterstützen die objektbezogene Forschung. Lutz Hecht ist Leiter des Labors für Elektronenstrahlmikrosondenanalytik sowie Leiter des Labors für Rasterelektronenmikroskopie im Bereich Geowissenschaften. Außerdem ist er am Museum für Naturkunde Berlin Koordinator von Geo.X, einem geowissenschaftlichen Kompetenznetzwerk in Berlin und Potsdam. Über Geo.X bündeln vier Universitäten und sechs außeruniversitäre Forschungseinrichtungen ihre geowissenschaftliche Expertise und kooperieren in Forschung, Lehre und Ausbildung, der gemeinsamen Nutzung von wissenschaftlicher Infrastruktur sowie in den Bereichen Internationalisierung und Wissenstransfer.