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Der Niederländische Präparator Hermanus Hendrikus ter Meer, der von 1907 bis 1934 in Leipzig lebte und arbeitete, hat mit der Entwicklung seiner demoplastischen Präparationsmethode internationale Präparationsgeschichte geschrieben. Er erfasste exakt das Individuelle der Tiere und setzte dies in seinen Dermoplastiken um, die er damit gleichsam porträtierte und soziale Familienstrukturen aufzeigte. Die Präparate ter Meers wirken so lebensnah, als hätte das Tier nur einen Moment innegehalten. Bei einer Dermoplastik werden Tierkörper modelliert und mit einer gegerbten Haut überzogen – eine hoch wissenschaftliche und künstlerische Arbeit. Eine etwas modifizierte Herangehensweise bei der Herstellung von Dermoplastiken wenden auch heute die international ausgezeichneten Präparatoren des Museums für Naturkunde und ihre Kolleginnen und Kollegen an. In zahlreichen großen Naturkundemuseen der Welt sind ter Meer seine Arbeiten noch heute ausgestellt.

Von Leipzig aus wirkte ter Meer und belieferte viele Institutionen mit seinen Arbeiten. Zu DDR Zeiten wurde am Museum für Naturkunde Berlin die Idee entwickelt, Menschenaffen in einem eigenen Saal zu zeigen. Da es gute Kooperationen zur Universität Leipzig gab, kamen zwei Primatengruppen nach Berlin. Mit der Umgestaltung der Ausstellung 2005-2007 wurde die Präparate, die mittlerweile restaurationsbedürftig waren, ins Archiv gebracht und der Saal einer neuen inhaltlichen Nutzung zugeführt. Wir freuen uns, dass wir nun Leipzig helfen können, die Leistungen ter Meers in einer Ausstellung zu würdigen und unsere Kooperationen damit zu festigen.