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Sonnenmikroskope, Winkelmesser, Drehapparate

(c) Thomas Schmid Dankwart

Im Oktober erschien im Dietrich Reimer Verlag Berlin ein Buch über Historische Instrumente am Museum für Naturkunde Berlin. Vom Sonnenmikroskop bis zum Computertomographen - ohne Forschungsinfratsruktur war und ist Forschung und Erkenntnis über Natur undenkbar.

Naturwissenschaftliche Erkenntnisse sind ohne Messinstrumente und bildgebende Verfahren undenkbar. Bereits in den Vorgängerinstitutionen des Museums im 18. Jh. wurden optische Geräte genutzt; Sonnenmikroskope dienten zur Projektion mikroskopischer Bilder für ein breiteres Publikum. Über einfache Trommelmikroskope führte die Nutzung zu den ersten Mikroskopen mit gerechneten Optiken und zu den heutigen komplexen, bildgebenden Verfahren, wie Computertomographie und Elektronenmikroskopie. Das Museum betreibt ein eigenes Labor zur Sequenzierung der DNA. Besonders in der Mineralogie wurden und werden darüber hinaus Geräte zur Vermessung von Kristallen und zur Ermittlung der chemischen Zusammensetzung genutzt. Zur Dokumentation der Ergebnisse im Labor und bei Felduntersuchen sowie zur Abbildung von Sammlungsobjekten wurden seit der Erfindung der Fotografie verschiedenste Kameras genutzt.

Ein Teil der in der Vergangenheit genutzten Instrumente überdauerte die Zeitläufte. Die ältesten stammen aus dem 18. Jh.; viele aus dem 19.Jh. Manche 100 Jahre alte Geräte werden noch heute genutzt.

Jetzt ist dazu ein reich bebildertes Buch erschienen. Auf 152 Seiten und mit 134 zum Teil ganzseitigen Abbildungen werden 68 Instrumente aus der Sammlung historischer Instrumente vorgestellt. Der Anhang enthält eine umfangreiche Bibliographie, ein Personenverzeichnis sowie ein eine Zusammenstellung aller Herstellerfirmen, von denen das Museum Instrumente besitzt.

Die Texte stammen von Dr. Ferdinand Damaschun. Er ist Mineraloge und kümmert sich seit vielen Jahren um den Altbestand wissenschaftlicher Geräte im Museum. Er ist Herausgeber und Autor mehrerer Bücher zur Geschichte des Museums und seiner Sammlungen. Die Fotos wurden von Hwa Ja Götz angefertigt. Sie ist Fotografin am Museum für Naturkunde Berlin und hat schon mehrere Bücher des Museums mit ihren Fotografien bereichert; zuletzt den Band über die Minerale und Gesteine, die über Alexander von Humboldt ins Museum gelangt sind. Gestaltet wurde das Buch von Thomas Schmid-Dankward, Grafikdesigner am Museum für Naturkunde Berlin. Viele Bücher und Kataloge aus dem Museum tragen seine grafische Handschrift.

Das Buch ist auch im Museumsshop erhältlich.