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Zusammen mit dem Projekt des Museums für Naturkunde Berlin Forschungsfall Nachtigall hat Dominik Eulberg die Synthigall ins Leben gerufen. Eulberg hat zwei lebenslange Leidenschaften: Musik und Natur. Im Laufe von mehr als 20 Jahren musikalischen Schaffens ist es ihm gelungen, beide in Einklang zu bringen, indem er eine sich ständig weiterentwickelnde, aber immer organische und melodische Form elektronischer Musik hervorgebracht hat.

Für Eulberg ist Mutter Natur die größte Künstlerin von allen. Intention dieser Klanginstallation ist es, der so betörend virtuosen Nachtigall ein zeitgenössisches Musik-Instrumentarium zur Verfügung zu stellen. Über einen Transformations-Algorithmus hat er ihren aus bis zu 300 Strophen bestehenden Gesang in MIDI-Noten umgewandelt, inklusive arttypischem Portamento in Form von Pitch-Bend-Daten und natürlich der an- und abschwellenden Anschlagstärken. Diese MIDI-Spuren wurden  vervielfältigt und an verschiedene Synthesizer und Effekte gesendet.

Das spannende daran ist: Jede Note und Ausdrucksform wird zu einhundert Prozent von der Nachtigall ausgelöst. Sie ist der alleinige Komponist und Musiker bei diesem Stück. Eulenberg hat lediglich die Synthesizer aufgenommen und abgemischt. Hätte sie nicht gesungen, hätten wir auch nichts als Stille gehört. Lediglich die von Eulenberg ausgewählten Synthesizer-Sounds und Effekte sind eine Form der künstlerischen Interpretation. Zum einen wurde damit die mystische Stimmung der dunklen Nacht skizzieret. Zum anderen wurde der arttypischen Klang-Charakter mit durchdringenden Sounds verdeutlicht, denn das „gall“ in ihrem Namen stammt aus dem Mittelhochdeutschen und bedeutet „laut tönend“. Die weiteren Klangfarben entstanden aus dem kristallklaren Nachtigallen-Gesang: Strahlend, wie ein heller Stern in klarer Nacht.