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Im Experimentierfeld, 15.10 bis 15.11.2019

Lulu und Nana sind die ersten Menschen der Welt, deren Erbgut gezielt verändert wurde. Das klingt nach Science-Fiction – ist aber Realität. Die Zwillinge sind bereits 2018 in China als Folge eines nicht genehmigten Experiments auf die Welt gekommen. Noch als Embryonen hatte der Wissenschaftler He Jiankui die Gene der Mädchen im Labor verändert. Er wollte Lulu und Nana damit vor einer möglichen Ansteckung mit AIDS schützen. Solche Veränderungen des menschlichen Erbguts werden Keimbahneingriffe genannt. Ihre Wirkungen und Nebenwirkungen werden sogar vererbt. Sie betreffen also nicht nur Lulu und Nana, sondern auch ihre zukünftigen Kinder. Hes Versuch rief heftige Reaktionen hervor. Denn Keimbahneingriffe gelten als erster Schritt, die menschliche Evolution zu steuern. In einer Stellungnahme erklärte der Deutsche Ethikrat 2019 eine solche Veränderung von Embryonen als noch zu risikoreich – er erachtet Keimbahneingriffe aber nicht als prinzipielles Tabu: Denn zukünftige Eingriffe könnten einmal schwere Erbkrankheiten verhindern.

Das Forschungsprojekt ZukunftMensch beschäftigt sich mit der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Keimbahneingriffen. Kommen Sie ins Experimentierfeld des Museums für Naturkunde und lassen Sie uns wissen, welche Erwartungen, Hoffnungen oder Sorgen Sie mit der Möglichkeit verbinden, das menschliche Erbgut zu verändern.