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Ein Inventar der globalen Artenvielfalt anzulegen ist eine der großen Herausforderungen der Menschheit, denn der Verlust der Biodiversität beschleunigt sich rapide, und Nachhaltigkeit ist gefragter denn je. Dabei ermöglichen die moderne Wissenschaft und die zunehmend digitalisierte Gesellschaft beträchtliche Fortschritte in der Entwicklung neuer Techniken zur schnellen Erfassung der Artenvielfalt weltweit. Neue Methoden und innovative Ansätze erleben eine Blüte und müssen mit altbewährter taxonomischer Praxis zusammengeführt werden. 
 
Indobiosys (Indonesian Biodiversity Discovery and Information System) ist ein deutsch-indonesisches Forschungsprojekt (2015-2018). Es wird am MfN Berlin in Zusammenarbeit mit dem ZSM München und dem Research Center for Biology – LIPI in Cibinong, Indonesien, koordiniert. Alle drei Institutionen können auf eine fruchtbare, über 15 Jahre zurückreichende Zusammenarbeit in der Forschung zurückblicken. 
 
Dieses Projekt zielt darauf ab, einen standardisierten und nachhaltigen Arbeitsablauf (Workflow) zur Entdeckung von Biodiversität zu entwickeln, um den Prozess von der Probennahme über die Identifizierung bis zur Aufbewahrung vielversprechender Zieltaxa aus untererforschten artenreichen Gebieten wie Indonesien zu beschleunigen. Zum Arbeitsablauf gehört eine molekulare Biodiversitätsbestimmung mithilfe von DNA-Strichcodes, die Digitalisierung von Objekten aus Museumssammlungen und ein integriertes Datenmanagementsystem mit QR-Codes zur Zuordnung von Gewebe- und Flüssigkeitsproben. Alle Daten vom Entdeckungsworkflow und von anderen Quellen (z. B. Literatur, Sammlungen) werden in einer Datenbank zusammengetragen. Über eine Web-Schnittstelle erhält die weltweite Forschungscommunity und die interessierte Öffentlichkeit freien Zugang zu der gesamten Information. Diese umfasst in erster Linie Biodiversitätsdaten, aber auch Informationen über potenzielle Gruppen von Zielorganismen für die Entdeckung neuer infektionsverhütender Substanzen (funktionaler Screening-Ansatz). Solche Zielgruppen umfassen beispielsweise Tiere, die Substanzen zum Selbstschutz produzieren oder die hochgradig an ihre natürliche Umgebung angepasst sind (ökologisch spezialisiert), wie es bei verschiedenen Insektengruppen der Fall ist. Die Daten werden auch über globale Portale wie GBIF – The Global Biodiversity Information Facility – zur Verfügung gestellt.

Kooperationspartner

Laufzeit

01.04.2015 – 31.12.2018

Finanzierung

Bundesministerium für Bildung und Forschung - BMBF (Förderkennzeichen 16GW0111K)

Sponsoren