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Die fossilen Funde von Plankton aus der Tiefsee bieten einmaliges Material zum Studium evolutionärer Prozesse und ihre Interaktion mit der Umwelt über geologische Zeiträume hinweg. Das liegt unter anderem an dem ausgezeichneten Erhaltungszustand der Artenvielfalt, der hohen Zahl vorhandener Arten und der Kontinuität genau datierter geologischer Profile. Unter den erhaltenen fossilen Planktongruppen wiederum bieten die Radiolarien (Strahlentierchen) die besten Möglichkeiten für die Forschung – hoher, (ca. 400 lebende Arten), gut erhaltener Artenreichtum und ökologisch sehr unterschiedliche Umfelder und Nischen, insbesondere Unterschiede in der Fauna und Geschichte bei der Gegenüberstellung niedriger und hoher Breitengrade. Bis vor Kurzem jedoch waren diese Radiolarienfunde nur äußerst spärlich dokumentiert, die meisten Arten nicht beschrieben und das Vorkommen der Arten nur sporadisch aufgezeichnet. Wir haben mehrere Jahre an diesem Problem gearbeitet und zuerst die Faunen der Polarregion umfassend untersucht (Renaudie, Doktorarbeit). Neuerdings arbeiten wir an den Faunen der Tropen (Sarah Trubovitz, zusammen mit Reno Nevada/MfN Doktorand).  Ziel ist es, zu verstehen, welche Mechanismen langfristig die Artenvielfalt des Planktons steuern. Die Methoden umfassen ausführliche neue Artenbeschreibungen, umfassende Erfassung der Vorkommen der Spezies in geologischen Schnitten (teilweise von MRC Radiolarien-Schnitten), NSB-Datenbankanalysen und das Zusammentragen von paläozeonographischer Literatur. Die Ergebnisse der Taxonomie- und Erfassungsarbeit kommen auch unseren Infrastrukturprojekten (NSB und Mikrotax) zugute. Dieses Forschungsthema wurde von der DFG und dem DAAD gefördert.

Kooperationspartner

  • Sarah Trubovitz, University Nevada, Reno, USA
  • Paula Noble, University Nevada, Reno, USA

Publikationen

Renaudie, J., and Lazarus, D., 2013, On the accuracy of paleodiversity reconstructions: a case study in Antarctic Neogene radiolarians: Paleobiology, v. 39, p. 491–509.