Besucher haben auf der Liege-Insel Platz genommen und betrachten die multimediale Show zur Entstehung des Universums und der Erde.
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Indikatoren musealer Wissenstransferleistungen: Entwicklung eines Bewertungskonzepts für Transfer aus Forschungsmuseen am Beispiel des MfN

„Wir möchten beschreiben, welche Wirkungsziele mit den Wissenstransferaktivitäten des Museums für Naturkunde Berlin verfolgt werden und wie wir davon unseren Beitrag zur gesellschaftlichen Wirkung ableiten können “, sagt die Projektleiterin Eva Patzschke. Bislang gibt es keine einheitlichen Kriterien, nach denen beurteilt werden könnte, wie erfolgreich Forschungsmuseen ihre Expertise in den gesellschaftlichen Diskurs einbringen und ihn mitgestalten. Die Ergebnisse des Projekts „Indikatoren musealer Wissenstransferleistungen“ sollen Bestandteil der Wissenstransferstrategie des Museums werden.

Das Ziel ist der Weg

Patzschkes Team hat Modelle des Wissenstransfers entworfen, um die Vielfalt von Aktivitäten erfassen und schematisieren zu können. Am Museum findet Wissenstransfer nicht nur in der Ausstellung statt und Besuchende sind nicht die einzige Zielgruppe. Wissenstransfer umfasst den Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft, Politik, Kultur und Wirtschaft. Dazu gehören der Transfer des Museumswissens in der einen Richtung und die Integration relevanter gesellschaftlicher Fragestellungen in das Museum und dessen Forschung in der anderen.

Bürgerforschungsprojekte, Podiumsdiskussionen, spezifische Beratungen oder die Anwendung am Museum entwickelter Methoden in neuen Zusammenhängen – alle Wissenstransferaktivitäten haben eines gemein: Die Expertise Museums-Mitarbeitender kommt zum Tragen. Aber was bewirkt sie?

„Wir bemessen den Erfolg von Wissenstransferaktivitäten anhand zuvor definierter Ziele“, sagt Patzschke. Oftmals fällt es den Museumsmitarbeitenden schwer, konkrete Ziele ihrer Wissenstransferaktivitäten zu benennen, gerade wenn sie zu Veränderungen in der Gesellschaft beitragen sollen. Und bei abstrakteren oder allgemein anerkannten Zielen wie etwa „Erhalt der Biodiversität“ und „Förderung einer demokratischen Wissensgesellschaft“ ist grundsätzlich schwierig zu sagen, wie groß die Wirkung einer Aktivität tatsächlich ist. Schwerpunkt der Projektarbeit ist derzeit eine Zielesystematik, in die sich die Museumsmitarbeitenden mit ihren Aktivitäten einordnen können.

Gesellschaftliche Relevanz

Eine weitere, schlicht logistische Schwierigkeit des Projekts liegt darin, dass mit den Teilnehmenden oder Mitwirkenden über die Aktivitäten gesprochen werden muss, um etwas über ihre Wirkungen zu erfahren. Allein über quantitative Angaben wie Teilnehmerzahlen, Auflagen oder Anzahlen der Veranstaltungstermine lässt sich die Wirkung nicht erfassen.

Im Projekt werden daher Interviews mit Besuchenden und Teilnehmenden, aber auch mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Museums geführt und relevante Strategiepapiere des Museums ausgewertet.

Das Projekt soll den Museumsmitarbeitenden dabei helfen Wissenstransferaktivitäten in Hinblick auf beabsichtigte Wirkungen zu planen und Methoden liefern, diese über Indikatoren überprüfen zu können. Und Indikatoren sollen auch herangezogen werden, um die gesellschaftliche Relevanz des Museums zu belegen.

Laufzeit

November 2017 - April 2021

Finanzierung

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
DLR Projektträger