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Die physiologischen Eigenschaften von Arten vermitteln zwischen Veränderungen der Umwelt und den darauf folgenden biotischen Reaktionen. Wir untersuchen, ob Unterschiede in der Physiologie verschiedener Kladen zu unterschiedlichen Verläufen in der Evolution führen. Wir analysieren dies anhand zweier Muschelgruppen, den Pectinoidea (Kammmuscheln) und Ostreoidea (Austern), die beide auf dem Meeresboden leben und sich von Nahrungspartikeln ernähren, die sie aus dem Meerwasser filtern. Experimente mit lebenden Arten zeigen, dass Pectiniden aktiver sind und einen beschleunigten Stoffwechsel und einen erhöhten Energiebedarf im Vergleich zu Austern haben. Dafür ist bei Austern die physiologische Plastizität größer. Mithilfe von Daten aus der Paleobiology-Datenbank zum Vorkommen der Arten beider Kladen untersuchen wir, ob es einen systematischen Unterschied in der Langlebigkeit und Aussterberate der beiden Gruppen gibt. Wir überprüfen auch unsere Erwartung, dass Unterschiede in der Aussterbeintensität zwischen Kammmuscheln und Austern zur Zeit eines Massenaussterbens ausgeprägter sind als in den Zeiträumen dazwischen. Erste Ergebnisse zeigen, dass Arten und Gattungen von Austern tatsächlich langlebiger sind als Kammmuscheln.

Kooperationspartner

  • Wolfgang Kiessling, University of Erlangen-Nürnberg
  • Hans-Otto Pörtner, Alfred-Wegener-Institut Bremerhaven