Foto der Station Meinungsboxen im Ausstellungsbereich
Back to top

Zwischen September 2017 und Mai 2018 fanden die Besucher in den Dauerausstellungen vor verschiedenen Objekten Kisten, in denen sie nach ihrer Meinung zu ethischen Fragen gefragt wurden.
Die Meinungsboxen sind temporäre Ausstellungselemente im Museum für Naturkunde Berlin und wurden im Rahmen des Drittmittelprojektes Besucherbeteiligung im Rahmen eines Co-Design-Prozesses konzipiert. Die Konstruktion und Entwicklung (Herstellung der Boxen, Programmierung, Einstecken und Kartenausgabemodul) wurde in Zusammenarbeit mit dem Interaktionsdesigner Michael Jurisch durchgeführt.

Die Boxen wurden vor einem Ausstellungsobjekt installiert, um es mit gesellschaftlich relevanten und/oder ethischen Fragen zu verbinden, die für aktuelle Forschungsprojekte im Haus relevant sind.

Das Format wurde mit drei Boxen getestet. Eine Box wurde in Zusammenarbeit mit Dr. Michael Ohl, Taxonom und Leiter der Abteilung Biodiversitätsentdeckung, entwickelt. Neben der Vitrine mit einem Exemplar der im Museum genannten Dementorenwespe wurde gefragt, wie und von wem neue Tierarten benannt werden dürfen und wie mit Namen umgegangen werden soll, die aus heutiger Sicht nicht ausreichen. In diesem Zusammenhang bot Dr. Michael Ohl einen Taxonomie-Workshop für Besucher an. Parallel dazu fand eine öffentliche Benennungskampagne statt.

Die beiden anderen Boxen wurden zusammen mit dem Drittmittelprojekt GenomElection entwickelt, das öffentliche Diskurse über Genomediting-Methoden untersucht. In einer Box wurde den Besuchern neben der Dermoplastik des in den 1940er Jahren ausgestorbenen Wolfes die Frage gestellt, ob ausgestorbene Tierarten wiederbelebt werden können. Die andere fragt, neben dem stark vergrößerten Modell einer Mücke, ob eine Welt ohne Mücken wünschenswert ist. Für das Projekt waren die Antworten der Besucher relevantes Befragungsmaterial. Auch die Fragen dieser Boxen wurden in einem Veranstaltungsformat aufgegriffen und mit Besuchern und Experten diskutiert.

Jede Woche warfen die Besucher etwa 150-300 fertige Karten pro Karton ein. Die Ergebnisse können hier eingesehen werden.