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Fragestellungen

„Tristan Otto“ ist ein gut erhaltenes Skelett eines Tyrannosaurus rex aus dem Maastricht (Oberste Kreide, ca. 66 Millionen Jahre) der Hell Creek Formation von Montana, USA. Über Tyrannosaurus rex existiert bereits ein imposanter Apparat an wissenschaftlichen Arbeiten, dennoch trägt jeder neue Fund zu neuen Erkenntnissen über diesen riesigen Raubsaurier bei. Besonders informativ an „Tristan Otto“ ist sein hervorragend erhaltener und recht vollständiger Schädel, der für verschiedene wissenschaftliche Fragen herangezogen werden kann. Die wissenschaftliche Bearbeitung des Materials erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Kollegen der Charitè Berlin.

Da der Schädel von „Tristan Otto“ in seinen einzelnen Skelettelementen erhalten ist, konnten die Einzelknochen vor der Skelettmontage mit hochauflösender medizinischer Computertomographie an der Charité Berlin untersucht werden. Zudem wurden mit dem Verfahren der Photogrammetrie dreidimenionale Oberflächenmodelle der Schädelknochen angefertigt. Dadurch können die verschiedenen Möglichkeiten, diese Knochen als dreidimensionale Objekte abzubilden, unter den Aspekten der wissenschaftlichen Fragestellungen, des Zeitaufwandes und dem Kosten-Nutzen-Faktor untersucht werden.

Der gut erhaltene Schädel ermöglicht vor allem unter Einbeziehung der computertomographischen Daten eine detaillierte Neubeschreibung von Schädelknochen und deren Hohlräumen und den Vergleich mit anderen Exemplaren von Tyrannosaurus rex. Aus dem überlieferten verknöcherten Hirnschädel können der Ausguss des Gehirns und die Schädelnerven virtuell rekonstruiert werden. 

Die computertomographischen Aufnahmen zeigen in den zahntragenden Knochen (Prämaxillare, Maxillare und Dentale) das Vorhandensein von Ersatzzähnen. Tyrannosaurus rex wechselte daher, wie andere Reptilien auch, regelmäßig abgenutzte oder beschädigte Zähne aus. Damit das Gebiss trotzdem funktionierte, wurden die Zähne alternierend getauscht, ein Zahn verweilte vermutlich um die 1.5 Jahre im Kiefer. 

Mikroproben des Zahnschmelz von „Tristan Otto“ werden derzeit im Hinblick auf ihren Gehalt an stabilen Isotopen bestimmter chemischer Elemente (z.B. Strontium, Kalzium) untersucht. Der Gehalt an stabilen Isotopen im Zahnschmelz macht unterschiedliche Aussagen über mögliche Migration (Wanderbewegungen), daraus resultierend unterschiedlichen Nahrungs- und Trinkwasserquellen und das Freßverhalten des Tieres möglich.

Eine ungewöhnliche Wucherung am Unterkiefer von „Tristan Otto“ deutet an, dass das Tier an einer entzündlichen Kiefererkrankung litt. Diese pathologische Wucherung wird derzeit mit Hilfe tomographischer Daten und der Knochen genauer untersucht.

Beteiligte Wissenschaftler

  • Dr. Patrick Asbach, Charité Berlin
  • Charlie Hamm, Charité Berlin
  • Anne Schulp, Naturalis Leiden, Niederlande
  • Dr. Heinrich Mallison, Pöttmes
  • Franziska Sattler, FU Berlin
     

Sonderausstellung TRISTAN - Berlin zeigt Zähne

Die Ausstellung „Tristan – Berlin zeigt Zähne“ nahm die Besucher*innen bis Januar 2020 mit auf eine abwechslungsreiche Forschungsreise rund um den Tyrannosaurus rex. Für ein Jahr ist der T.rex nun nach Kopenhagen ins Natural History Museum of Denmark gereist. Im Mittelpunkt der Sonderausstellung stand „Tristan Otto“, eines von zwei Originalskeletten eines T. rex in Europa. Die Ausstellung war ein einzigartiges Experiment: Mit den Ergebnissen des Forschungsprogramms wuchs die Ausstellung seit Dezember 2015 und nahm die Besucher*innen auf dieser Unternehmung mit. Mehr zur Ausstellung