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Das Museum für Naturkunde Berlin befasst sich mit Politikberatung auf verschiedenen Ebenen - von der Ernennung zur Mitgliedschaft in Beiräten der Europäischen Kommission, über informelle Amtshilfe für öffentliche Ämter, bis hin zu Workshops auf der International Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES). Die Beratung politischer Entscheidungsträger erfolgt über eine Vielzahl von Wegen: lokal bis international sowie informell bis formal. Der Generaldirektor des Museums für Naturkunde Berlin, Prof. Johannes Vogel, war mehrere Jahre bis Sommer 2018 Vorsitzender der Open Science Policy Platform und ist weiterhin Mitglied eines Ausschusses, der die Kommission bei der Entwicklung einer offenen Wissenschaftspolitik berät. Prof. Vogel wurde auch in den Deutschen Biowirtschaftsrat berufen, der die Bundesregierung bei der Umsetzung der "Nationalen Forschungsstrategie Bioökonomie 2030" und der "Nationalen Politikstrategie Bioökonomie" mit dem Ziel berät, optimale wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen für eine biobasierte Ökonomie zu schaffen. Ende 2018 wurde Prof. Vogel auch in das Hightech-Forum des Bundes berufen, das bei der Entwicklung einer Hightech-Strategie 2025 der Bundesregierung berät.

Das Museum für Naturkunde Berlin bringt seine Expertise in die Politikberatung ein, indem es relevante Netzwerke initiiert und stärkt. Das Leibniz-Forschungsnetzes Biodiversität, dessen Sprecher Prof. Vogel ist, berät unter anderem bei der Umsetzung des Nagoya-Protokolls. So spielten die Mitgliedsinstitutionen eine wichtige Rolle in der gemeinsamen Erklärung der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen zur Nutzung digitaler Sequenzinformationen genetischer Ressourcen im Rahmen des Anfang 2018 veröffentlichten Nagoya-Protokolls. Im Rahmen von NeFo (German Science-Policy Interface for Biodiversity Research) richtet sich das Museum an politische Entscheidungsträger am IPBES und organisiert Workshops für Interessenvertreter. Der stellvertretende Generaldirektor, Dr. Christoph Häuser, ist stellvertretender Vorsitzender der Global Biodiversity Information Facility (GBIF), die auf Empfehlung der OECD als internationales Netzwerk und Forschungsinfrastruktur für Informationen über das Vorkommen von Biodiversität eingerichtet wurde.

Darüber hinaus unterstützen die Expertinnen und Experten des Museums häufig die Behörden bei Fragen, die von der Einhaltung des CITES über Datenstandards bis hin zur Notfallplanung reichen. Die Experten beraten z.B. die Zollbehörde und das Landeskriminalamt in Fragen der Einhaltung des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES) und der Bundesartenschutzverordnung. Das Fachwissen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wurde angefordert, um Material (z.B. geschliffene und polierte Korallenmaterialien, Haikiefer, Schlangen, Elfenbeinschmuckkästen) sowie lebende Tiere zu identifizieren. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) wurde über Standards für den Austausch von Beobachtungsdaten über Organismen beraten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung berät sich regelmäßig mit Museumsexperten über offene Wissenschaft und Bürgerkunde. Empfehlungen zur Notfallreaktion in naturkundlichen Sammlungen wurden vom Außenministerium nach dem verheerenden Brand in Rio de Janeiro ausgearbeitet. Die Museumswissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben sich an politische Entscheidungsträger, z.B. des Umweltbundesamtes (UBA) gewandt, um Themen wie Atommülllagerung, Open Science, Kommunikation wissenschaftlicher Ergebnisse und Biodiversitätsmonitoring zu erörtern.