Kommunizieren

Back to top

Die Ausstellungsentwicklung des Museums für Naturkunde basiert auf authentischer Kommunikation und folgt einem scheinbar einfachen Prinzip: Originale Objekte der eigenen Sammlung ausstellen, die eigene Forschung in den Mittelpunkt stellen und mit neuen Ansätzen und Formaten der Wissenschaftskommunikation experimentieren. Der Erfolg bestätigt das Konzept: die Ausstellungen ziehen eine große Zahl an Besucherinnen und Besuchern aus dem In- und Ausland an. Im Jahre 2016 verzeichnete das Museum einen Rekord von 821.489 Besucherinnen und Besuchern und wurde zum meistbesuchten Museum Berlins und zum meistbesuchten naturkundlichen Museum Deutschlands.

Mit seinen Sonderausstellungen trägt das Museum für Naturkunde Berlin zum laufenden öffentlichen und politischen Diskurs über die Biodiversität und die Auswirkungen des menschlichen Handelns auf die natürliche Umwelt bei. Herausragende Beispiele dafür sind die Sonderausstellung ARA und ARTEFAKTE. Begleitend zur Ausstellungsentwicklung wurden die Bildungsprogramme des Museums deutlich erweitert und weiter entwickelt, um mehr und vor allem strategisch unterrepräsentierte Zielgruppen zu erreichen. Dazu gehört die strategische Ausrichtung auf junge Erwachsene, die nun vermehrt ins Museum kommen. Gleichzeitig ist das Museum bei seinen traditionellen Kernzielgruppen weiterhin beliebt.

Das Museum für Naturkunde Berlin ist ein integriertes Forschungsmuseum – und das zeigte sich auch bei der Analyse der Medienberichterstattung. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist die weltweite Berichterstattung über den Fortgang der Forschungsarbeiten an dem in der Ausstellung präsentierten Tyrannosaurus rex Tristan Otto. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Museums sind ständig in den Medien präsent, sei es mit ihren Ergebnissen der Forschungsarbeit, Interviews zu Citizen Science, der Biodiversitätskrise oder den präparatorischen Spitzenleistungen. Dafür steht auch die Anzeigenserie in der Tageszeitung DER TAGESSPIEGEL, bei der Sammlungsobjekte gezeigt, neu beschriebene Arten vorgestellt oder zum Beispiel dem Insekten- und Artensterben ein Gesicht gegeben wird. Durch die starke Medienpräsenz, insbesondere auch in den Leitmedien, hat das Museum die politischen Entscheidungsträger erreicht und sich so an den gesellschaftlichen Diskussionen beteiligt und zum Handeln angeregt. Auch die Social-Media Präsenz wurde durch die Öffnung der Kommunikationskanäle für nicht-wissenschaftliche Zielgruppen gestärkt.

Das Museum hat Kommunikationsformate entwickelt die darauf abzielen, die Grenzen zwischen den unterschiedlichen Fachrichtungen und Disziplingrenzen zu überwinden und ein breites Publikum sowie politische Entscheidungsträger anzusprechen. Die Veranstaltungsreihe „Wissenschaft im Sauriersaal“, die das Museum für Naturkunde Berlin und die Humboldt-Universität zu Berlin seit 2016 ausrichten, ist immer ausgebucht. Dazu trägt sicherlich bei, dass die Vortragenden ihre Forschungsergebnisse aus dem gesamten Spektrum der Lebens-und Naturwissenschaften allgemeinverständlich in deutscher Sprache präsentieren. Werden die Gäste bei der Reihe „Wissenschaft im Sauriersaal“ in die faszinierende Welt der Wissenschaft entführt, lädt die Reihe „Wissenschaft, natürlich!“, die das Museum für Naturkunde Berlin und das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) veranstaltet, zum Gespräch über die drängenden Fragen unserer Zeit ein. In den interdisziplinären Gesprächen geht es um gesellschaftlichen Zusammenhalt in Zeiten politischer und sozialer Spaltung, um die ökologische Krise und die Rolle der Wissenschaft selbst. Beide Veranstaltungen werden durch den gemeinsamen Aktionsplan der acht Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft finanziert, mit dem sie ihre besondere Rolle als Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Gesellschaft stärken.